Eine Mitarbeiterin eines Impfzentrums zieht mit einer Kanüle den Impfstoff aus einer Glasampulle auf. (Foto: picture alliance/dpa | Frank Molter)

Verband kritisiert Härtefall-Impfkommission

  17.02.2021 | 17:39 Uhr

Der saarländische Landesverband Selbsthilfe Körperbehinderter übt Kritik an der neu eingerichteten Härtefall-Impfkommission. Es sei fraglich, nach welchen Kriterien die Kommission entscheide. Zudem bemängelt der Verband, dass in der Kommission keine Interessenverbände für Menschen mit Behinderung vertreten seien.

Nach Angaben des Landesverbands Selbsthilfe Körperbehinderter im Saarland e.V. (LSKS) können sich Betroffene per schriftlichem Antrag mit ärztlichem Nachweis eines Härtefalls, der nicht älter als vier Wochen ist, an die Härtefall-Kommission wenden. Die Impfkommision entscheide dann über eine bevorzugte Berücksichtigung zur Impfung oder mögliche Höherpriorisierung.

Für den LSKS stellt diese Bürokratie aber eher eine Hürde als eine Hilfe dar. Auch sei es fraglich, nach welchen Kriterien diese Kommission tatsächlich entscheide.

"Ohne Beteiligung von Verbänden"

„Hier wurde seitens der Landesregierung wieder mal ohne Beteiligung von Interessens- und Selbsthilfeverbänden agiert“, so Uwe Wagner, Vorsitzender des LSKS e.V. „Hätte man zumindest den Landesbehindertenbeirat im Vorfeld in die Überlegungen einer Impfkommission einbezogen, hätten wir auf verschiedene Hürden für die Betroffenen und Problemlagen im Vorfeld hinweisen können.“

Zudem kritisiert der LSKS, dass „noch nicht einmal der Landesbeauftragte für Belange der Menschen mit Behinderungen im Saarland“ in der Kommission vertreten sei.

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