Eine ältere Frau wird in einer Hausarztpraxis gegen das Coronavirus geimpft. (Foto: picture alliance/dpa | Wolfgang Kumm)

Mehr Zurückhaltung der Politik beim Thema Impfen gefordert

Steffani Balle   11.12.2021 | 10:02 Uhr

Der Vorsitzende des Hausärzte-Verbandes im Saarland, Kulas, fordert von der Politik mehr Zurückhaltung beim Thema Impfungen. Im Interview der Woche sagte Kulas, die niedergelassenen Ärzte hätten die gewünschte Impf-Quote auch allein erreicht, wenn die Politik sie nicht dauernd behindern würde.

Die wöchentlich neuen und nicht wissenschaftlich begründeten Ankündigungen an die Bevölkerung, verbunden mit neuen Vorschriften für die Ärzteschaft seien kontraproduktiv, sagte Michael Kulas im SR-Interview. Die Ärzte hätten als alleinigen Maßstab für Impf-Empfehlungen die des RKI und der Stiko. Alles andere sei Off-Label-Use, also nicht empfohlenes Handeln, vorbei an wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Die wöchentlichen Änderungen der Impf-Empfehlungen durch die Politik seien eher hinderlich und mit logistischem Mehraufwand verbunden.

Kulas: Ärzte hätten Ziel-Impfquote alleine erreicht

Das Mit-Impfen in Zentren sei teuer, weil dort die Infrastruktur erst aufgebaut und extra bezahlt werden müsse. Die niedergelassenen Ärzte hätten seiner Meinung nach die angestrebte Zahl von 30 Millionen Impfungen in Deutschland bis Jahresende allein erreichen können, wenn sie denn auch immer die bestellte Menge Impfstoff erhalten hätten. Das sei aber nach wie vor nicht der Fall.

Im Saarland verabreichten die niedergelassenen Ärzte in der vorigen Woche rund 60.000 der insgesamt rund 75.000 gespritzten Impfdosen. Knapp 900 Arztpraxen sind beim Impfen und Boostern wieder dabei, nachdem im Oktober die Zahl auf knapp 500 zurückgegangen war.

Über dieses Thema berichteten die SR-Hörfunknachrichten am 11.12.2021.

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