Eine Kellnerin reinigt die Tische. Die Außengastronomie darf unter strengen Auflagen im Freien wieder öffnen. (Foto: picture alliance/dpa | Andreas Arnold)

Geteilte Reaktionen auf geplante Lockerungen im Saarland

  25.03.2021 | 16:25 Uhr

Die geplanten Lockerungen im Saarland sorgen für Kritik. SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach etwa bezeichnete die Pläne als "fahrlässig". Die FDP Saar und der saarländische Städte- und Gemeindetag begrüßen hingegen die Entscheidung.

Die Landtagssitzung zum "Saarlandmodell"
Audio [SR 3, Florian Mayer, 25.03.2021, Länge: 03:10 Min.]
Die Landtagssitzung zum "Saarlandmodell"

Die Modellregion im Saarland sei ein Experiment, das zu einer schnellen Verbreitung gefährlicher Mutationen in Deutschland führen könne, kritisierte Karl Lauterbach (SPD) die saarländischen Lockerungs-Pläne gegenüber der "Rheinischen Post". Es mache keinen Sinn, dass das Saarland von anderen Bundesländern mehr Impfstoff bekommen habe und nun ins Risiko gehe.

Auch Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) reagierte mit Unverständnis. Das Saarland erhalte als Grenzregion 80.000 zusätzliche Dosen Impfstoff. Schwesig kritisierte, es sei schwierig in anderen Bundesländern zu erklären, dass es dort keinen zusätzlichen Impfstoff und keine Öffnungsschritte geben werde.

Unterstützung für Kommunen gefordert

Prof. Lehr warnt vor Lockerungen
Audio [SR 1, (c) Peter Liebertz, Prof. Thorsten Lehr, 25.03.2021, Länge: 04:39 Min.]
Prof. Lehr warnt vor Lockerungen

Lob gab es hingegen von der FDP Saar. Die geplanten Lockerungen nach Ostern seien "absolut richtig", sagte der stellvertretende Landesvorsitzende Dr. Helmut Isringhaus. Sie seien ein guter Anfang raus aus der Spirale von Verlängerungen und Verschärfungen des Lockdowns. Er forderte aber auch, dass die Impfquote erhöht werde – auch mit Hilfe von Haus- und Betriebsärzten. So könne man die Pandemie auch mittelfristig besser in den Griff bekommen.

Auch der Saarländische Städte- und Gemeindetag (SSGT) begrüßte die Entscheidung. Nach über zwölf Monaten der Einschränkungen erhofften sich die Saarländerinnen und Saarländer von der Politik eine Perspektive, wann und unter welchen Bedingungen sich das alltägliche Leben wieder schrittweise normalisieren werde. Die Öffnungsschritte sowie die erweiterten Test- und Impfmöglichkeiten seien daher "richtig und wichtig".

SSGT-Präsident Hermann Josef Schmidt und der stellvertretende Präsident Jörg Aumann sicherten zudem die Unterstützung der Kommunen bei der Umsetzung zu. Sie befürchten aber auch, dass die Kommunen an "die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit" kommen könnten. Deshalb seien die Kommunen auf Hilfe etwa bei der Ausweitung der Testmöglichkeiten angewiesen. Der Erfolg des Modellprojekts hänge auch davon ab, dass die Kommunen nicht überfordert werden.

Weitreichende Lockerungen ab 6. April geplant

Nach Ostern soll es im Saarland im Gegenzug für Tests zahlreiche Öffnungen geben, etwa in der Außengastronomie, aber auch im Kultur- und Sportbereich. Zudem sollen die Kontaktbeschränkungen gelockert werden. Die Details der Öffnungen hatte die Landesregierung am Donnerstag bekannt gegeben.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 25.03.2021 berichtet.

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