Pumpen oder laufen lassen? Der Streit um das Grubenwasser. Fördergerüst Göttelborn (Foto: SR)

Ärger um Erörterungstermin zur Grubenflutung

  16.04.2019 | 16:02 Uhr

Der vom Oberbergamt auf den 3. Juni 2019 festgelegte Erörterungstermin zur Grubenflutung stößt auf Kritik bei dem Umweltverband ProH2O. Die Vorsitzenden des Verbandes, Barbara Meyer-Gluche, Hubert Ulrich und Armin König, vermuten hinter der Terminwahl ein politisches Manöver.

Insgesamt waren bis Februar 2018 beim Oberbergamt 128 öffentliche Stellungnahmen und mehr als 6880 Einwendungen gegen das Grubenwasserkonzept der RAG eingegangen. Ab dem 3. Juni dieses Jahres sollen die Einwender nun in Ensdorf die Möglichkeit erhalten, ihre Bedenken vorzutragen. Weil unklar ist, wie lange sich der Erörterungstermin hinzieht, wird er in einem Großraumzelt stattfinden. Wann das Oberbergamt eine Entscheidung über mögliche Grubenflutungen fällt, ist noch unklar.

Umweltverband vermutet Absicht

Die Grünen-Politiker Barbara Meyer-Gluche und Hubert Ulrich und der Illinger Bürgermeister Armin König (CDU) sehen die Wahl des Termins kritisch. Zum einen fällt der 3. Juni auf den Montag genau eine Woche nach der Kommunalwahl und damit auch wenige Tage vor möglichen Oberbürgermeister- und Bürgermeisterstichwahlen. Zum anderen liegt der Termin vor dem Pfingstwochenende. Die Vorsitzenden von ProH2O vermuten, dass man das Thema damit aus dem Kommunalwahlkampf heraushalten, der RAG aber so schnell wie möglich den Weg für die Flutung bereiten wolle. Die Vorsitzenden hoffen jedoch, dass trotz der Terminwahl, viele Einwender an dem Eröterungstermin teilnehmen.

Im Umweltverband sorgt auch die Ortswahl für Unmut. Ein Großzelt für den "brisantesten Erörterungstermin zum Thema Bergbau der letzten Jahre" ausgerechnet auf dem Gelände der RAG-Anlage aufzubauen, zeuge von Instinktlosigkeit und politischer Ignoranz.

Das Oberbergamt erklärte hingegen, der Standort in Ensdorf sei wegen seiner Verfügbarkeit, seiner Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln und der vorhandenen Infrastruktur vor Ort ausgewählt worden.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung aktueller bericht vom 16.04.2019 berichtet.

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