Eine FFP2-Maske liegt auf einem Tisch. (Foto: picture alliance/Karl-Josef Hildenbrand/dpa)

Masken-Verteilaktion an Lehrer sorgt für Unmut

mit Informationen von Carolin Dylla   28.09.2020 | 16:06 Uhr

Als Schutz gegen eine Corona-Infektion erhalten saarländische Lehrer vom Innenministerium FFP2-Masken. Dabei fällt das gar nicht in dessen Zuständigkeitsbereich. SPD und Linke kritisieren das Vorgehen von Minister Bouillon.

Video [aktueller bericht, 28.09.2020, Länge: 3:09 Min.]
Fraktionen streiten wegen Masken-Verteilaktion an Lehrer

45.000 FFP2-Schutzmasken sollen über die Schulträger an die Lehrer verteilt werden. Schon vorab hatte der saarländische Innenminister Klaus Bouillon (CDU) Teile davon an die Merziger Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich übergeben. Für die Lehrer im Land ist allerdings nicht Bouillon, sondern Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) zuständig. Sie wurde vorab nicht über die Verteilung der Masken informiert.

Kommentar zur Schutzmaskenverteilung durch Klaus Bouillon
"Kollegial ist ein solches Verhalten nicht"

CDU-Fraktionschef Alexander Funk sieht darin kein Problem. Dass nun eine Diskussion darüber entstanden sei, bezeichnet er als "Kindergartenkram". Das Innenministerium habe noch Masken vorrätig gehabt und die dann auf Bitten des "Verbands Reale Bildung" bereitgestellt. In einer Pandemie helfe man eben, wo man kann, so Funk. Den Vorwurf, dass Innenminister Bouillon mit der Aktion auch der expliziten Bitte eines Verbands nachgekommen ist, der als CDU-nah gilt und damit Klientelpolitik betrieben habe, weist Funk zurück.

Aus Sicht des stellvertretenden SPD-Fraktionsvorsitzenden Magnus Jung dagegen ist Bouillons Aktion vor allem eins: Ressourcenverschwendung. Noch in der vergangenen Woche habe das CDU-geführte Gesundheitsministerium dem Gesundheitsausschuss des Landtags bestätigt, dass eine Verteilung von FFP2-Masken an alle Lehrer "völlig unnötig" sei.

Die Linke kritisiert eine Verteilung von Schutzmaterial "nach Gutsherrenart". Lehrer hätten natürlich ein Recht auf besonderen Schutz, nur müssten die Kriterien für die Vergabe von FFP2-Masken eindeutig festgelegt sein, sagte der parlamentarische Geschäftsführer Jochen Flackus. Hier sieht Flackus auch Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) in der Pflicht. Auch die AfD fordert die Landesregierung auf, die Vergabe von Schutzmaterial gemeinsam zu organisieren – nicht als Alleingang einzelner Minister.

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 28.09.2020 auf SR 3 Saarlandwelle.

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