Gesundheitsausschuss tagt im Landtag (Foto: SR)

Koalition berät über Corona-Strategie

Mit Informationen von Thomas Gerber   01.09.2021 | 19:27 Uhr

Nach der Entscheidung des Bundeskabinetts zur Hospitalisierungsrate hat sich am Mittwoch auch der Gesundheitsausschuss des saarländischen Landtages mit den künftigen Kriterien zur Bewertung der Coronapandemie befasst. Konkrete Beschlüsse gab es dabei jedoch noch nicht.

Das Bundeskabinett hatte am Dienstagnachmittag beschlossen, dass bei der Bewertung der Corona-Pandemie künftig die Hospitalisierungsrate, also die Zahl der in den regionalen Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen, im Mittelpunkt stehen soll.

Indikatorenmodell im Saarland

Mit welcher Corona-Strategie gehen wir in den Herbst?
Audio [SR 3, Studiogespräch: Dorothee Scharner / Thomas Gerber, 01.09.2021, Länge: 04:50 Min.]
Mit welcher Corona-Strategie gehen wir in den Herbst?

Darüber hat nun auch der Gesundheitsausschuss des saarländischen Landtages beraten. Gesundheitsstaatssekretär Stephan Kolling (CDU) sagte dem SR, man habe die Ferienzeit genutzt und ein Indikatorenmodell für die Corona-Pandemie aufgebaut. Im Mittelpunkt sollen dabei künftig die Zahl der beatmeten Corona-Patienten auf den Intensivstationen und die Zahl der Neueinweisungen in die Krankenhäuser stehen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, bislang auch im Saarland eines der zentralen Kriterien, soll zwar auch noch eine Rolle spielen. Welche das sein wird, ist aber noch genauso unklar wie die Grenzwerte und die Ausgestaltung etwaiger Verschärfungen. Aus dem Gesundheitsausschuss heißt es dazu nur, man wolle das jetzt in der Koalition beraten und verhandeln.

Unterschiede bei Impfbereitschaft

Ein Problem stellen die regionalen Unterschiede bei der Impfbereitschaft dar. Während beim Spitzenreiter Marpingen bereits über 70 Prozent der Bewohner geimpft sind, sind es im Saarbrücker Stadtteil Burbach weniger als 40 Prozent. Vor diesem Hintergrund fordert der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses, Magnus Jung (SPD), eine neue Sonderimpfkampagne. In den kommenden vier bis sechs Wochen, so Jung, sollten 80.000 bis 100.000 Impfungen durchgeführt werden, um so einen Schutz gegen die Deltavariante zu bekommen.

Außerdem forderte Jung, dass künftig die Inzidenzzahlen auch für Geimpfte und Ungeimpfte veröffentlicht werden sollen – was die Landesregierung bislang nicht praktiziert. Die Auffrischungsimpfungen in den saarländischen Alten- und Pflegeheimen sollen unterdessen am Montag beginnen. Dabei soll auch das Pflegepersonal erneut geimpft werden.

Über dieses Thema hat auch die SR 3 „Region am Nachmittag" vom 01.09.2021 berichtet.

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