Cyberkriminalität (Foto: dpa/Uli Deck)

Mehr Internetdelikte, Diebstähle und rechte Straftaten

  25.03.2020 | 12:27 Uhr

Die Polizei im Saarland registrierte im vergangenen Jahr insgesamt 74.720 Straftaten - ein Plus von 3847 Fällen. Die Kriminalstatistik zeigt unter anderem einen Anstieg bei Internetkriminalität, bei schweren Diebstählen auf der Straße und bei Delikten gegen Ältere.

Internetdelikte und Diebstähle auf der Straße nehmen zu
Audio [SR 3, Thomas Gerber, 25.03.2020, Länge: 01:08 Min.]
Internetdelikte und Diebstähle auf der Straße nehmen zu

Immer mehr Menschen nutzen das Internet. Gleichzeitig nimmt auch die Zahl der Straftaten im Internet zu. Die saarländische Polizei verzeichnete bei Online-Delikten im Jahr 2019 einen Anstieg um 40,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insbesondere Erpressungen auf sexueller Grundlage haben stark zugenommen (+135,5 Prozent). Weiterhin den größten Anteil an den Internetstraftaten haben aber Waren- und Kreditbetrüge, die zudem um 26,5 Prozent zulegten.

Schadenssumme bei Enkeltrick sinkt

Im Fokus vieler Betrüger waren im vergangenen Jahr auch ältere Saarländer: Die Zahl der angezeigten Enkeltrick- und Callcenter-Betrüge sowie der Schockanrufe verdoppelte sich fast. Das Innenministerium führt da allerdings darauf zurück, dass immer mehr Menschen dafür sensibilisiert seien und die Fälle entsprechend oft angezeigt wurden. Dafür spricht auch, dass sich die Schadenssumme auf rund 250.000 Euro halbiert hat.

Unsicherheit auch im realen Leben

Auch auf den saarländischen Straßen zählte die Polizei mehr Vergehen. Insgesamt waren es 13.407 Fälle – ein Plus von 9,2 Prozent. Signifikant nahm hier die Zahl der schweren Diebstähle zu (+56,3 Prozent).

Mehr rechte Straftaten

Auch die Zahl der politisch motivierten Straftaten ist im Saarland gestiegen. Im vergangenen Jahr war die Zahl um 60 Fälle auf 366 geklettert. Den mit Abstand größten Anteil haben dabei rechte Straftaten: Ihre Zahl stieg um fast 50 auf 264 im vergangenen Jahr. Die Zahl der antisemitischen Straftaten sank um fünf Fälle auf insgesamt 24. Im Bereich politisch motivierte Straftaten von Ausländern verzeichnete die Polizei insgesamt 35, aus dem linken Spektrum elf.

Zahlen müssen im Kontext betrachtet werden

"Der allgemeine Anstieg der Fallzahlen erscheint auf den ersten Blick beunruhigend, muss jedoch im Kontext gesehen werden", stellte Innenminister Klaus Bouillon (CDU) klar. Seine Erklärung: Es habe im vergangenen Jahr mehr Polizeikontrollen und auch mehr Anzeigen der Bürger gegeben.

Das Sinken der Aufklärungsquote von 56,1 auf 54 Prozent sei dagegen darauf zurückzuführen, dass beispielsweise viele Betrugsanrufe aus dem Ausland getätigt würden und daher schwer zu ahnden seien. Außerdem gestalte sich die Verfolgung von Online-Straftaten als schwierig. Positiv stimmt die Polizei die Entwicklung bei den Wohnungseinbruchdiebstählen: Da sank die Zahl der Fälle um 13,8 Prozent.

Über dieses Thema haben auch die SR Hörfunknachrichten vom 25.03.2020 berichtet.

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