Schriftzug der Sparkasse (Foto: Thomas Braun/SR)

Kreissparkasse Saarpfalz erhebt Verwahrentgelt

  05.09.2020 | 16:48 Uhr

Für Neukunden erhebt die Kreissparkasse Saarpfalz ab dem 1. September ein sogenanntes Verwahrentgelt unter anderem für Girokonten. Das Entgelt wird ab einem Betrag von 100.000 Euro fällig. Als Ursache nennt die Kreissparkasse die Kosten, die ihr durch Negativzinsen bei der Bundesbank entstehen.

Betroffen sind kurzfristige Geldanlagen wie Girokonten, Tagesgeld und Kündigungsgelder. Auf mittel- und langfriste Geldanlagen, wie zum Beispiel den Sparkassenbrief, wird das Entgelt nicht erhoben. Kunden, die schon ein Konto bei der Kreissparkasse Saarpfalz haben müssen kein Verwahrentgelt zahlen – außer, sie eröffnen ein neues Konto.

0,50 Prozent Entgelt für Girokonten

Bis zu 100.000 Euro für Privatpersonen und 250.000 Euro für Eheleute sind entgeltfrei. Für alles, was darüber liegt, müssen Neukunden ab dem 1. September ein Verwahrungsentgelt in Höhe von 0,50 Prozent für Girokonten und 0,30 Prozent für Kündigungsgelder zahlen.

Derzeit berechneten schon über 150 Banken und Sparkassen entsprechende Verwahrentgelte, sagte Armin Reinke, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Saarpfalz: „Diese Gelder verursachen bei der Kreissparkasse Saarpfalz erhebliche Kosten aufgrund der erhobenen Negativzinsen für Bankguthaben bei der Bundesbank“.

Die Kreissparkasse Saarlouis erhebt bei Neukunden seit Anfang des Jahres Verwahrentgelte. Sowohl für Privatleute als auch für gewerbliche Kunden werden auf Girokonten für Beträge über 100.000 Euro 0,50 Prozent Verwahrentgelt berechnet. Einen Freitbetrag für Eheleute gibt es in Saarlouis nicht.

Derzeit kein Verwahrentgelt in St. Wendel, Merzig-Wadern und Neunkirchen

Die Sparkasse Merzig-Wadern plant derzeit kein solches Entgelt. Die Kreissparkasse St. Wendel will es so lange wie möglich verhindern. Für die Zukunft ausschließen kann die Sparkasse eine Einführung aber nicht: "Handeln müssen wir dann, wenn andere Kreditinstitute entsprechende Verwahrentgelte einführen und Kunden ihr Geld zum Umgehen der Negativzinsen verstärkt bei der Sparkasse hinterlegen", erklärt Andrea Eckert von der Kreissparkasse St. Wendel. Dann müsse die Situation neu bewertet werden.

Auch bei der Sparkasse Neunkirchen ist zumindest für dieses Jahr kein Entgelt geplant. Es könnte aber kommen: "Auch wir als Sparkasse Neunkirchen befinden uns aufgrund der aktuellen Rahmenbedingungen hierzu in Überlegungen", sagt Marko Becker, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit. Denn auch bei der Sparkasse Neunkirchen flößen immer mehr kurzfristige Gelder ein, die die Bank derzeit zu 0 Prozent verzinse, obwohl der Marktzins deutlich im Minus liege. Bisher habe die Bank Kunden von den Negativzinsen abgeschirmt, das belaste jedoch erheblich die Rentabilität der Sparkasse und sei daher perspektivisch kaum haltbar.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 31.08.2020 berichtet.

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