Krankmeldungen liegen auf einem Schreibtisch (Symbolbild) (Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Jens Büttner)

IKK kritisiert Ende der Krankschreibungen per Telefon

  02.06.2022 | 14:23 Uhr

Seit dem 1. Juni können sich Patientinnen und Patienten wegen leichter Erkältungsbeschwerden nicht mehr per Telefon krankschreiben lassen. Sie müssen wieder zum Arzt oder auf Videosprechstunden zurückgreifen. Die IKK Südwest spricht von einer "Rolle rückwärts in puncto Entbürokratisierung". Auch die Ärzte halten sie prinzipiell für ein sinnvolles Instrument.

Krankschreibungen wegen leichter Erkältungsbeschwerden sind seit dem 1. Juni nicht mehr per Telefon möglich. Ab sofort müssen Patientinnen und Patienten wieder in die Arztpraxen oder die Videosprechstunden nutzen.

IKK spricht von "Rolle rückwärts"

Kritik kommt von der IKK Südwest. „Die telefonische Krankschreibung nicht dauerhaft weiterzuführen, ist die Rolle rückwärts in puncto Entbürokratisierung und digitaler Fortschritte im Gesundheitswesen“, so der Vorstand Daniel Schilling.

Er betont den Nutzen für Patient und Arzt. Sie habe den Arztkontakt für Patienten im Akutfall unkomplizierter gemacht und Ärzte entlastet. „Diesen Mehrwert nur an die Pandemie zu koppeln, halte ich für nicht zielführend“, so Schilling. 

Ärzte: Über weitere Nutzung nachdenken

Auch die Ärzte halten die telefonische Krankschreibung für ein sinnvolles Instrument im Sinne der Patientenversorung. Nach Meinung der Kassenärztlichen Vereinigung sollte über eine erneute Nutzung - auch abseits der Pandemie -nachgedacht werden. Während der vergangenen zwei Jahre sei die telefonische Krankschreibung "verantwortungsvoll genutzt worden".

Sonderregelung ausgelaufen

Telefonische Krankschreibungen waren seit Ende März 2020 fast durchgehend möglich gewesen. So sollten unnötige Kontakte reduziert werden, um das Infektionsrisiko zu senken.

Die aktuelle Entwicklung der Corona-Pandemie lasse es zu, die mehrfach verlängerte Sonderregelung auslaufen zu lassen, so der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Kliniken und Krankenkassen.

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