Wegweiser Krankenhaus und Personalnotstand  (Foto: picture alliance | Christian Ohde)

Klinikmitarbeiter protestierten gegen Personalmangel

  12.04.2021 | 18:10 Uhr

Im Saarland haben am Montag mehrere Kliniken mit einer Protestaktion auf ihre Personalsituation aufmerksam gemacht. Vor allem über die Mittagszeit kamen Pflegekräfte vor den Haupteingängen der Kliniken zusammen.

An der Protestaktion beteiligten sich unter anderem das Klinikum Saarbrücken, die SHG-Kliniken Sonnenberg, die Uniklinik in Homburg und das DRK-Krankenhaus Mettlach. Bundesweit gab es außerdem eine Fotoaktionen.

Protestaktion von Klinikbeschäftigten
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 12.04.2021, Länge: 01:55 Min.]
Protestaktion von Klinikbeschäftigten

Auf Kritik stößt bei Verdi, dass im aktuellen Gesetzentwurf der Bundesregierung erneut keine bedarfsgerechte Personalbemessung für die Krankenhäuser eingeplant ist. „Die Kolleginnen und Kollegen sind am Ende ihrer Kräfte, und das nicht erst seit der Corona-Pandemie“, betont Veith Stahlheber, Fachkrankenpfleger für Anästhesie- und Intensivpflege und Sprecher des Bündnisses Pflegeaufstand Rheinland-Pfalz.

Laut der Gewerkschaft wurde dem Bundesgesundheitsministeriums vor über einem Jahr ein entsprechendes Konzept vorgelegt. Entscheidungen aus Berlin seien aber immer wieder verschoben worden.

Verdi fordert Personal-Regelung

Protestaktion des Krankenhauspersonals
Audio [SR 3, Steffani Balle, 12.04.2021, Länge: 00:43 Min.]
Protestaktion des Krankenhauspersonals

Verdi schwebt ein Bemessungsinstrument vor, das sich an die frühere Pflegepersonal-Regelung (PPR) anlehnt, die PPR 2.0. Die PPR bestimmte in den 90er Jahren den Pflegeaufwand stationärer Patienten und die dadurch notwendige Anzahl von Pflegekräften. Sie war 1996 ausgesetzt worden.

Die neue Regelung, PPR 2.0 genannt, die von Verdi, der Deutschen Krankenhausgesellschaft und dem Deutschen Pflegerat erarbeitet wurde, sieht eine Einstufung von Patienten in jeweils vier Grund- und Spezialpflegestufen vor, mit speziellen Minutenwerten. „Die bestehenden Personaluntergrenzen sind völlig unzureichend und garantieren keine gute Versorgung“, so Verdi-Pflegebeauftragter Michael Quetting. Die Gewerkschaft fordert die sofortige Einführung der PPR 2.0.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 12.04.2021 berichtet.

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