Eine Pflegerin schiebt ein Krankenbett über den Flur. (Foto: picture alliance/Marijan Murat/dpa)

Krankenhäuser im Saarland fürchten um Existenz

  29.12.2020 | 20:53 Uhr

Die deutschen Krankenhäuser fürchten um ihre Existenz. Nach dem aktuellen Krankenhaus-Barometer des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) erwartet fast die Hälfte der Kliniken in diesem Jahr einen Verlust. Auch in saarländischen Kliniken ist die finanzielle Situation angespannt.

Krankenhäuser in Finanznot
Audio [SR 1, (c) Jessica Werner, Thomas Jakobs, 29.12.2020, Länge: 03:38 Min.]
Krankenhäuser in Finanznot

Ein Grund für die schlechte wirtschaftliche Lage ist nach Angaben des DKI unter anderem die Verschiebung von Operationen wegen der Corona-Pandemie, wodurch die Kliniken weniger Erlöse erzielten. Nie zuvor hätten sich so viele Krankenhäuser vor wirtschaftlichen Problemen gesehen wie in diesem Jahr, sagte Gerald Gaß, der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), dem "Tagesspiegel".

Der Krankenhaus-Rettungsschirm der Bundesregierung ist nach Ansicht von Thomas Jakobs, Geschäftsführer der Saarländischen Krankenhausgesellschaft (SKG), unzureichend. Er sei viel zu bürokratisch und an Kriterien geknüpft, die es sehr schwer machen würden, die Gelder abzurufen.

"Bis heute ist im Saarland kein einziger Cent an Ausgleichszahlungen bei den saarländischen Krankenhäusern angekommen", sagte Jakobs dem SR. Bereits Ende Oktober hatte die SKG vor Einnahmeausfällen und einem Mangel an Pflegepersonal während der zweiten Corona-Welle gewarnt.

Noch mehr Sorgen

Die Versorgung von Corona-Patienten sei für das Krankenhauspersonal viel aufwendiger und anstrengender. Auch die psychische Belastung sei bei allen Beteiligten immens. "Wenn jetzt noch die Sorge um die wirtschaftliche Existenz des eigenen Krankenhauses hinzukommt, kann man sich vorstellen, dass das noch mal zu einer angespannten Situation führen wird", so Jakobs.

Aufgrund der zugespitzten finanziellen Lage sieht die DKG die Gehaltszahlungen für die Beschäftigten in Gefahr. Allerdings gab Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eine Garantie für die Weiterzahlung ab. "Wir wollen und werden die Liquidität der Krankenhäuser in der Krise sichern – darauf können sich die Beschäftigten verlassen", sagte Spahn dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Bund und Länder würden Anfang Januar über weitere Maßnahmen beraten.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 29.12.2020 berichtet.

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