Kramp-Karrenbauer in Hamburg bei ihrer "Zuhör-Tour" (Foto: picture alliance/Axel Heimken/dpa)

AKK setzt Akzente als Generalsekretärin

mit Informationen der AFP   24.08.2018 | 12:00 Uhr

Seit einem halben Jahr ist Kramp-Karrenbauer als CDU-Generalsekretärin im Amt. Mit der Idee einer allgemeinen Dienstpflicht - mitgebracht von ihrer Zuhör-Tour durch die Parteibasis - hat sie bereits eine breite Debatte angestoßen. Sie setzt aber auch darüber hinaus eigene Akzente in einer turbulenten Anfangszeit.

Die Amtszeit von Annegret Kramp-Karrenbauer begann mit einem Triumph: Mit fast 99 Prozent der Stimmen wurde sie am 26. Februar auf einem Parteitag zur CDU-Generalsekretärin gewählt. Ihre Bewerbungsrede unterbrachen die Delegierten mehrfach mit Applaus, besonders als die bisherige saarländische Ministerpräsidentin in den Saal rief: "Ich kann, ich will und ich werde - und deswegen stelle ich mich gern in den Dienst der Partei."

Die darauffolgenden Monate waren turbulent: Der Start der großen Koalition war holprig und, als es langsam besser wurde, ließ CSU-Chef und Innenminister Horst Seehofer einen Streit mit Merkel um die Flüchtlingspolitik derart eskalieren, dass von einem Bruch der Fraktionsgemeinschaft bis zu Neuwahlen alles möglich schien. "Besonnen" habe Kramp-Karrenbauer in den dramatischen Krisensitzungen gewirkt, erinnern sich Teilnehmer. Der Streit wurde letztlich mühevoll beigelegt.

Schärferer Kurs nach außen, klare Worte an Parteikollegen

Angesichts des Konflikts mit der Schwesterpartei findet wenig Beachtung, dass mit "AKK" auch ein neuer Stil in der CDU-Parteizentrale einzog. In der Auseinandersetzung mit der AfD fährt die Saarländerin etwa einen schärferen Kurs als ihr Vorgänger. Auch an die eigenen Reihen richtet die dreifache Mutter klare Worte: Nach dem Start der großen Koalition rügte sie Gesundheitsminister Jens Spahn, als der vor allem Schlagzeilen auf Themengebieten außerhalb seines Ressorts machte. Den Gedankenspielen von Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther zu Bündnissen mit der Linken erteilte sie eine klare Absage.

Das in den Sitzungen des Bundesvorstands stets am Platz servierte Mittagessen schaffte Kramp-Karrenbauer ab - wer Hunger hat, muss sich nun an den Servierwagen vor dem Tagungsraum bedienen. Seitdem sind die Diskussionen konzentrierter und werden weniger durch Geschirrgeklapper unterbrochen, erzählen Mitglieder des CDU-Gremiums.

In der Runde berichtete Kramp-Karrenbauer auch von den Erlebnissen auf ihrer "Zuhörtour": Bei mehr als 40 Veranstaltungen mit Parteimitgliedern in ganz Deutschland sammelte sie in den vergangenen Monaten Ideen, die bis Ende 2020 in ein neues Grundsatzprogramm einfließen sollen. Erstes Ergebnis der Gespräche war die Debatte über die Einführung einer allgemeinen Dienstpflicht.

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