Ein Schild weist den Weg zu einem Corona-Testzentrum.  (Foto: picture alliance/dpa | Federico Gambarini)

Armutskonferenz warnt vor "existenzbedrohender Situation"

  30.06.2022 | 21:46 Uhr

Ab sofort müssen die Menschen im Saarland einen Corona-Schnelltest in einem Testzentrum selbst zahlen. Die Saarländische Armutskonferenz sieht in diesen Kosten in einer Zeit mit explodierenden Energie- und Lebenshaltungskosten für viele Menschen eine "existenzbedrohende Situation".

Fast alle Produkte, die Menschen im Alltag brauchen, sind in den letzten Wochen und Monaten deutlich teurer geworden. Hinzu kommen drastische Preissteigerungen bei den Energiekosten. Nun sind auch die sogenannten Corona-Bürgerstests in den Testzentren kostenpflichtig.

Während die Kosten pro Test vielen nicht sonderlich weh tun werden, stellt es Menschen mit geringen Einkommen hingegen vor große Herausforderungen.

Offenbar habe die Bundesregierung nicht überlegt, was die kostenpflichtigen Tests für einige Menschen bedeuteten, sagte Manfred Klasen, der Geschäftsführer der Saarländischen Armutskonferenz. Dass das Saarland die Kosten für die Bürgertests nicht übernehmen würde, findet er zwar schade, aber wenig überraschend.

"In der Summe existenzbedrohend"

„Die Kosten reihen sich nun ein in eine ganze Kette von vielen Belastungen. Wir haben Preissteigerungen bei Strom und Gas, bei Lebensmitteln. Die Kosten für Corona-Tests kommen da jetzt noch obendrauf. Das ist in der Summe existenzbedrohend“, sagte Klasen.

Manfred Klasen im SR 2 Studio (Foto: Martin Breher / SR)
Manfred Klasen, Geschäftsführer der Saarländischen Armutskonferenz

Anfang 2023 kämen dann noch enorme Nachzahlungen etwa bei den Stromrechnungen hinzu. „Das ist für Menschen mit geringen Einkommen eine nicht zu bewältigende Situation. Die haben ja nichts, was sie sparen können, keine Rücklagen.“

Weniger Tests zu erwarten

Zudem seien finanzielle Belastungen im Gesundheitsbereich in mehrfacher Hinsicht problematisch, denn diese Kosten würden häufig vermieden. Wenn Tests aus Kostengründen nicht gemacht würden, sei das mit Blick auf die ohnehin bereits stark ansteigenden Corona-Zahlen ungünstig. „Für die betroffenen Personen selbst aber auch für die Gesellschaft“, sagte Klasen.

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