Blick in den Flur einer Krankenhaus-Station (Foto: SR)

Marienhauskliniken-Konflikt vorerst beigelegt

Thomas Gerber   01.05.2020 | 16:50 Uhr

Der Konflikt um die Verschlechterung des Personalschlüssels in den Marienhauskliniken St. Wendel, Neunkirchen und Ottweiler scheint vorerst beigelegt. Nach SR-Informationen wird im Mai doch nicht weniger Pflegepersonal eingesetzt.

Demnach werden die Stationsleitungen die neuen Personalschlüssel von 1 zu 15 auf Normalstationen und 1 zu 4 auf Intensivstationen offenbar nicht umsetzen. Der Generalbevollmächtigten des Klinikkonzerns, Thomas Wolfram, hatte den niedrigeren Personalschlüssel angeordnet.

In einem Schreiben der Mitarbeitervertretung (MAV) St. Wendel an die Beschäftigten heißt es, dass die ursprünglichen Dienstpläne für den Monat Mai nun veröffentlicht würden. In diesem sind noch die alten Personalschlüssel von 1 zu 10 beziehungsweise 1 zu 2,5 berücksichtigt.

Verdi-Kritik an Pflegesituation

Nach Angaben des MAV-Vorsitzenden Frank Decker ist dieses Vorgehen mit der Hausleitung vor Ort abgesprochen. Die Leitung des Marienhauskonzerns hatte die neuen Personalschlüssel unter anderem mit der aktuell aufgrund der Coronakrise niedrigen Belegung der Kliniken begründet.

Die Anordnung hatte zu heftiger Kritik der Gewerkschaft Verdi geführt. Deren Pflegebeauftragter Michael Quetting hatte von einer "lebensgefährlichen Pflege" gesprochen. Zahlreiche Beschäftigte hatten sich daraufhin beim SR gemeldet und Quetting Rückendeckung gegeben.

Zustände in Marienhauskliniken werden untersucht

Die MAV der Marienhausklinik St. Wendel hatte Quetting vorgeworfen, ihm gehe es nur darum, in einer kirchlichen Einrichtung als Gewerkschaft Fuß zu fassen. Diese Äußerung hat der MAV-Vorsitzende Decker inzwischen relativiert. Er und sein Stellvertreter hätten als Privatpersonen gesprochen und fälschlicherweise einen offiziellen Briefkopf benutzt.

CDU und SPD im Landtag wollen die Zustände in den Marienhausklinken von einem unabhängigen Sachverständigen untersuchen lassen. Sie kündigten in einer Erklärung an, am kommenden Mittwoch im Gesundheitsausschuss den Landespflegebeauftragten Jürgen Bender mit der Untersuchung zu beauftragen.

Über dieses Thema haben auch die SR Hörfunknachrichten vom 01.05.2020 berichtet.

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