Das Knappschaftskrankenhaus in Sulzbach. (Foto: IMAGO / BeckerBredel)

Knappschaftsklinik mit neuen Abläufen bei Demenz-Patienten

Steffani Balle / Onlinefassung: Axel Wagner   21.09.2022 | 13:18 Uhr

Das spurlose Verschwinden einer 82-Jährigen aus dem Knappschafsklinikum Sulzbach und dessen Folgen haben am Mittwoch den Gesundheitsausschuss des Landtages beschäftigt. Die Klinik hat neue Abläufe festgelegt, die so etwas verhindern sollen. Die Frau bleibt weiter verschwunden.

Ende Juni war eine 82 Jahre alte Patientin spurlos aus dem Knappschaftskrankenhaus in Sulzbach verschwunden. Die Klinik hatte daraufhin zunächst zwei Pflegerinnen wegen vermeintlicher Verletzung der Aufsichtspflicht gekündigt, die Kündigungen dann aber nach Druck der Gewerkschaft Verdi zurückgezogen. Am Mittwochvormittag hat sich der Sozial- und Gesundheitsausschuss des Landtages mit dem Vorfall beschäftigt.

GPS-Tracker bei Demenz-Patienten

So etwas könne man auch in Zukunft nicht gänzlich verhindern, sagte der Ausschussvorsitzende Hermann-Josef Scharf (CDU). Dass aber künftig anders damit umgegangen werden soll, habe die Klinikleitung im Ausschuss deutlich gesagt. Zum einen werden künftig nicht die Pflegekräfte derart in Haftung genommen, wie das zunächst geschehen sei. Dafür habe die Klinik die Abläufe genau festgelegt für den Fall, dass sich noch einmal ein demenziell erkrankter Patient selbständig macht.

Außerdem, so Scharf weiter, arbeite man an klugen Lösungen für die Zukunft. So sollen etwa GPS-Tracker genutzt werden, die den betroffenen Patienten angezogen werden.

Demenz im Krankenhaus zunehmend

Auch die SPD legt den Fokus auf zusätzliche Sicherheit. Denn dass das Thema Demenz im Krankenhaus zunehmend vorkomme, sei absehbar, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der Fraktion, Florian Schäfer.

Die am 27. Juni dieses Jahres aus der Klinik in Sulzbach verschwundene 82-jährige Patientin ist immer noch nicht gefunden.

Über dieses Thema hat auch die SR 3 Rundschau vom 21.09.2022 berichtet.

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