Industrieabgase (Foto: Pixabay / SD-Pictures)

Leinen: "Klimaschutz in Trippelschritten"

  16.12.2018 | 13:17 Uhr

Nach zwei Wochen zäher Verhandlungen haben sich die Staatenvertreter bei der UN-Weltklimakonferenz in Kattowitz auf ein Paket zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens geeinigt. Der saarländische Europaabgeordnete Jo Leinen (SPD) bezeichnete die Beschlüsse als "Klimaschutz in Trippelschritten".

Im Mittelpunkt der Ergebnisse von Kattowitz steht ein Regelbuch, das die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens von 2015, voranbringen soll. Das von Vertretern aus fast 200 Ländern gebilligte Dokument legt fest, dass ab 2024 alle Staaten regelmäßig berichten müssen, wieviel Treibhausgase bei ihnen ausgestoßen werden. Außerdem sollen sie aufführen, was sie dagegen tun.

"Zu schwaches Signal"

Jo Leinen (Foto: Pasquale D`Angiolillo)
Jo Leinen hält die Ergebnisse von Kattowitz für zu zaghaft.

Der saarländische Europaabgeordnete Jo Leinen, der als stellvertretender Leiter der Delegation des EU-Parlamentes an der Konferenz teilnahm, blickt mit gemischenten Gefühlen auf die Ergebnisse. Das Regelwerk sei zwar "ein bedeutender Fortschritt", um den Weltklimavertrag von Paris umzusetzen. "Trotzdem konnten nicht alle Erwartungen an dieses wichtigen Klimagipfel erfüllt werden." So habe es ein zu schwaches Signal der 197 Vertragsparteien gegeben, ihre Klimabeiträge in den nächsten Jahren zu verbessern, um die Erderwärmung aufzuhalten", sagte Leinen.

"Wie Bremsklötze gewirkt"

Im Kampf gegen den Klimawandel könne man "nicht mit Trippelschritten vorangehen", so der SPD-Politiker. "Wir dürfen den Geist des Weltklimavertrages von Paris nicht verlieren. Die EU muss mit ehrgeizigen und willigen Partnern zusammenarbeiten und eine Klima-Allianz bilden. Es gibt eine große Anzahl von Staaten, Regionen und Unternehmen, die sich dem Pariser Vertrag verpflichtet fühlen und ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten wollen", stellte Leinen fest. Andererseits habe es in Kattowitz eine Hand voll Staaten - darunter Brasilien und Saudi-Arabien gegeben - die "wie Bremsklötze für diesen Gipfel" gewirkt hätten.

Über dieses Thema haben auch die Hörfunknachrichten vom 16.12.2018 berichtet.

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