Konventionelles Kraftwerk zur Stromerzeugung (Foto: dpa)

Saarland soll mehr für Klimaschutz tun

  09.10.2018 | 11:20 Uhr

Der Weltklimarat mahnt: Nur mit großen Anstrengungen kann die Erderwärmung noch begrenzt werden. Gelingt das nicht, drohen schwere Verwerfungen. BUND und IHK fordern darum im Saarland mehr Erneuerbare Energien. Grünen-Landeschef Tressel sieht die Landesregierung in der Pflicht.

Im Saarland ist der CO2-Ausstoß nach Angaben des Wirtschaftsministeriums in den vergangenen Jahren zurückgegangen. Nach den aktuellsten Zahlen habe er 2016 bei 19,8 Millionen Tonnen gelegen. Das sei der niedrigste Wert seit 2009. Das Ministerium geht davon aus, dass 2017 weniger CO2 ausgestoßen wurde, weil die Kraftwerke Weiher und Bexbach Anfang 2017 abgeschaltet wurden.

Video [aktueller bericht, 08.10.2018, Länge: 2:55 Min.]
Weltklimarat warnt vor Erderwärmung

Auf die Bevölkerung umgerechnet liegt das Saarland allerdings mit rund 20 Tonnen CO2 pro Einwohner auf dem zweiten Platz bundesweit. Rund zwei Drittel der CO2-Emissionen stammen aus der Industrie. Dort ist man sich der Verantwortung bewusst. "Ich bin viel in der Industrie unterwegs und die Wahrnehmung, die ich da habe, ist, dass den Themen Umweltschutz, Energieeinsparung und Energieeffizienz ein ganz hoher Stellenwert zukommt", sagt Carsten Meier, Geschäftsführer der IHK des Saarlandes.

Politik soll Windkraft-Ausbau forcieren

Der BUND Saar fordert die Landesregierung auf, ihre Anstrengungen für den Klimaschutz zu verstärken. Landesvize Michael Grittmann sagte, dann sei das Klimaziel noch zu erreichen. Dafür müsse der Anteil der Erneuerbaren Energien gesteigert werden. Nach Angaben des saarländischen Energieministeriums betrug er zum Ende des vergangenen Jahres 17 Prozent.

Der Anteil des Ökostroms könne nur auf 20 Prozent steigen, wenn die Regierung den Ausbau der Windkraft wieder forciere, so Grittmann. Seit fast zwei Jahren sei kein neuer Windpark genehmigt worden. Die Politik müsse auch auf neue Photovoltaikanlagen setzen, die eine gleichzeitige landwirtschaftliche Nutzung erlaubten. Zudem habe eine Verkehrswende im Saarland noch gar nicht stattgefunden.

Die IHK drängt ebenfalls auf eine bessere Versorgung durch Erneuerbare Energien. „Wir erwarten uns von der Politik insgesamt mehr Tempo beim Ausbau der Netze", sagt Carsten Meier. "Damit wir den Strom aus Erneuerbaren Energien auch in die Industriezentren im Südwesten bekommen." Der IHK-Geschäftsführer fordert darum schnellere Genehmigungsverfahren.

Grünen-Landeschef Markus Tressel kritisierte, dass sich die Landesregierung beim Klimaschutz seit Jahren aus der Verantwortung stehle und lediglich Symbolpolitik betreibe. Notwendig seien ein Landesklimaschutzgesetz mit verbindlichen Klimazielen sowie ein umfassendes Landes-CO2-Minderungsprogramm für klein- und mittelständische Saar-Unternehmen.

Über dieses Thema wurde auch im aktuellen bericht vom 08.10.2018 berichtet.

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