Bushaltestelle auf dem Land (Foto: dpa)

60 Kleinprojekte zur Dorfentwicklung gefördert

mit Informationen von Kristin Luckhardt   27.01.2020 | 10:58 Uhr

Im Saarland sind im vergangenen Jahr rund 60 Kleinprojekte zur Dorfentwicklung mit Mitteln aus einem EU-Programm gefördert worden. Das Umweltministerium zieht eine positive Bilanz.

Vier saarländische Regionen hatten 2019 erstmals ein Regionalbudget zur Förderung von Kleinprojekten im ländlichen Raum erhalten. Je 150.000 Euro bekamen das St. Wendeler Land, Merzig-Wadern, der Warndt-Saargau und das Biosphärenreservat Bliesgau. Mit dem Geld konnten sie Projekte mit Gesamtkosten von bis zu 20.000 Euro unterstützen. 

Leader-Initiative

Die Leader-Initiative ist ein Maßnahmenprogramm der Europäischen Union, mit dem seit 1991 modellhaft innovative Aktionen im ländlichen Raum gefördert werden.

Unterstützte Projekte waren beispielsweise die Sanierung des "Alten Spritzeheisjes" in Wittersheim und der Bau einer Nikolausstube vor dem Nikolauspostamt in St. Nikolaus, die Anlage eines Mehrgenerationenfeldes beim VfB Tünsfeld und die Aufstellung einer Schutzhütte für die Jugend in Hasborn-Dautweiler.

Das Umweltministerium betont, das Regionalbudget habe sich bereits im ersten Jahr als "absolutes Erfolgsmodell" herausgestellt. Hier werde mit kleinen Mitteln eine große Wirkung erzielt.

Förderung von Kleinstunternehmen

Ebenfalls neu ist seit letztem Jahr die Förderung von Kleinstunternehmen zur Grundversorgung. Sie soll helfen, Geschäfte des täglichen Bedarfs, wie Bäckereien und Metzgereien, in den Orten zu erhalten. Hier wurde 2019 ein erstes Modellprojekt im Saarland unterstützt. In Losheim-Wahlen wurde eine Bäckerei um ein kleines Café erweitert, um einen neuen Dorftreffpunkt zu erhalten.

Ein weiteres Förderprojekt aus dem Bereich ist das "Smart Village-Projekt" aus St. Wendel. Das Projekt hat nach Angaben des Umweltministeriums zum Jahreswechsel einen Antrag auf Förderung gestellt. Kunden aus Dörfern ohne eigenes Versorgungsangebot können über das Internet Waren bei regionalen Anbietern bestellen und sie im Dorfgemeinschaftshaus abholen.

Mehr zu dem Thema:

Video [aktueller bericht, 19.12.2019, Länge: 3:20 Min.]
Smart Village im Kreis St. Wendel
„Smart Village“ heißt ein einzigartiges Projekt aus dem Kreis St. Wendel. Da es dort in vielen umliegenden Dörfern keinen Bäcker oder Supermarkt mehr gibt, haben Freiwillige eine Art Lieferdienst für Produkte aus der Region gestartet. Bestellungen können digital aufgegeben werden. Mittlerweile gibt es das Projekt seit einem Jahr und beliefert sechs Dörfer.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 27.01.2020 berichtet.

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