Eine Lehrerin erklärt einer Grundschülerin eine Aufgabe (Foto: dpa)

Grundschulklassen sollen kleiner werden

Kristin Luckhardt   23.06.2015 | 06:34 Uhr

Noch gibt es im Saarland Grundschulklassen mit bis zu 29 Schülern. Das ist nach Ansicht des Lehrerverbands SLLV nicht mehr tragbar. Das Bildungsministerium spricht von Einzelfällen und betont, dass die Regierung an ihrem Ziel festhalte, die maximale Klassengröße auf 22 zu senken.

Im Koalitionsvertrag hatte die Große Koalition 2012 festgehalten, sie strebe bei Grundschulen "eine Klassengröße von maximal 22 Kindern an". Bei größeren Klassen solle durch zusätzliche Lehrerstunden eine "intensive und individuelle Förderung" ermöglicht werden. Der Saarländische Lehrerinnen- und Lehrerverband (SLLV) sieht bisher keine maßgeblichen Verbesserungen.

SLLV-Landeschefin Lisa Brausch schreibt in ihrem Jahresbericht für die Gewerkschaft, mit bis zu 29 Kindern seien die Aufgaben in den Grundschulen "nicht mehr zu bewältigen".

Zwölf Klassen mit 29 Grundschülern

Diese Zahl wird nach Angaben des Ministeriums allerdings "kaum noch erreicht". Zu Beginn des laufenden Schuljahres sei die maximale Schülerzahl lediglich in zwölf von insgesamt 1418 Klassen an den öffentlichen Grundschulen erreicht worden. In nur jeder 20. Grundschulklasse seien mehr als 25 Kinder gewesen. Mehr als jede dritte Klasse habe aus weniger als 20 Kindern bestanden.

Ministerium strebt maximal Klassengröße von 22 an

Das Ministerium betonte, es strebe weiterhin eine maximale Klassengröße von 22 Kindern in den Grundschulen an. Mit statistisch gesehen 20,7 Kindern pro Klasse liege das Saarland allerdings schon jetzt unter dem bundesweiten Durchschnitt von 21 Kindern.

Zusätzliche Lehrerwochenstunden

Zudem habe es Verbesserungen bei der Schüler-Lehrer-Relation gegeben, indem seit dem Schuljahr 2013/14 in Klassenstufen mit durchschnittlich mehr als 23 Schülern zusätzliche Lehrerwochenstunden zugewiesen würden. Diese Stunden sollen dafür verwendet werden, dass Lehrer die Schüler besser individuell fördern können. Die bisherigen zusätzlichen Stunden seien nur ein "Tropfen auf den heißen Stein", betont SLLV-Chefin Brausch.

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