Aufgehängte Kleider in einer Kita (Foto: dpa/arifoto/UG/ZB)

Kita-Beiträge sinken ab 1. August

Thomas Braun   21.01.2019 | 15:05 Uhr

Gleich mehrere Hundert Euro monatlich kostet ein Krippenplatz im Saarland - für Familien oft eine große finanzielle Belastung. Die Große Koalition will die Gebühren deshalb bis 2022 schrittweise halbieren. Der Anfang wird nach den Sommerferien gemacht.

Bislang tragen die Eltern im Saarland mit ihren Beiträgen 25 Prozent der Personalkosten in Kindertagesstätten. Dieser Anteil soll in einem ersten Schritt ab dem 1. August auf 21 Prozent sinken. "Das wird sich auf jeden Fall auswirken", sagt Dr. Lutz Albersdörfer, Geschäftsführer des Verbandes Evangelischer Kindertagesstätten. Er verweist allerdings darauf, dass auch Lohnerhöhungen des Personals kompensiert werden müssen. "Das heißt, in einem ersten Schritt wird es wohl zu keinen drastischen Veränderungen kommen."

Eltern sparen zwischen 13 und 37 Euro

Wie hoch die Entlastung tatsächlich ausfallen könnte, hat die Kita gGmbH exemplarisch durchgerechnet. Sie betreibt mehr als 150 Kindergärten im Saarland und betreut fast ein Drittel aller Plätze im Saarland.

Wer derzeit für einen Regelplatz dort beispielsweise 98,80 Euro zahle, müsste aufgrund von Lohnsteigerungen und Qualitätsverbesserungen eigentlich mit einer Steigerung auf 102,26 Euro rechnen, teilte der kaufmännische Geschäftsführer Rainer Borens auf SR-Anfrage mit. Durch den niedrigeren Elternanteil würde der Beitrag allerdings auf 85,90 Euro sinken. Eltern würden im Vergleich zum aktuellen Stand monatlich 12,90 Euro sparen. Die Kosten für einen Acht-Stunden-Krippenplatz könnten von 286,40 Euro auf 249 Euro sinken - also eine monatliche Ersparnis von mehr als 37 Euro.

3400 Euro Ersparnis in drei Jahren

Im kommenden Jahr sollen die Elternbeiträge noch einmal um den gleichen Prozentsatz sinken, bis 2022 sollen sie halbiert werden. Das Bildungsministerium geht in einer Beispielrechnung davon aus, dass Eltern, die derzeit 300 Euro im Monat für einen Kita-Platz bezahlen, in den nächsten Jahren so 3400 Euro sparen.

Bezahlt wird das Ganze ungefähr zu gleichen Teilen aus Mitteln des Gute-Kita-Gesetzes des Bundes und aus Landesmitteln. Für den ersten Schritt der Beitragssenkung rechnet die Regierung mit Gesamtkosten von fünf Millionen Euro, die bis 2022 auf jährlich 36 Millionen Euro steigen. Der entsprechende Gesetzesentwurf soll demnächst in die externe Anhörung gehen. Noch für Januar ist ein Gespräch mit den kommunalen Spitzenverbänden und Verbänden der freien Träger geplant.

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