Symbolbild Kindernotbetreuung: Spielzeugfiguren stehen in einem Kindergarten (Foto: picture alliance/Julian Stratenschulte/dpa)

Jetzt bis zu zehn Kinder in Notbetreuungsgruppen

Thomas Braun   12.05.2020 | 15:28 Uhr

Künftig sollen in der Notbetreuung in Kitas und Schulen bis zu zehn Kinder pro Gruppe betreut werden dürfen - doppelt so viele wie bisher. Das hat die Landesregierung am Dienstag beschlossen. Außerdem sollen alle Vorschulkinder wieder in die Kita gehen.

Nach der Ausweitung der Notbetreuung in Kitas und Schulen ist die Nachfrage stark gestiegen. Mittlerweile werden alleine in den Kitas 5518 Kinder betreut - doppelt so viele wie noch rund zwei Wochen zuvor, teilte das Bildungsministerium am Dienstag mit. In den Schulen stieg die Zahl von 352 am 24. April auf mittlerweile 1854.

Video [aktueller bericht, 14.05.2020, Länge: 2:56 Min.]
Zahl der Notbetreuungsplätze wird verdoppelt

Zehn Gruppenkinder - keine Kontaktbeschränkung in der Gruppe

Auch wenn man damit eigentlich noch weit entfernt ist von den gut 11.400 Kita-Notbetreuungsplätzen saarlandweit, wird es insbesondere in Ballungsgebieten eng. Bei weiter steigenden Zahlen seien die Kapazitätsgrenzen schnell erreicht - in manchen Orten sei das bereits jetzt der Fall, so das Bildungsministerium. Daher hat die Landesregierung am Dienstag auf Vorschlag von Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) größere Gruppen beschlossen. Künftig sollen pro Gruppe bis zu zehn Kinder erlaubt sein. Bislang lag die Höchstgrenze bei fünf Kindern.

Die bisher gültigen Hygieneregeln blieben weiter bestehen. Das bedeutet unter anderem, dass zwischen den Gruppen zwar die Abstandsregelungen eingehalten werden - innerhalb der einzelnen Gruppen wird das Spiel der Kinder aber nicht eingeschränkt.

Wieder alle Vorschulkinder in die Kitas

Daneben hat die Regierung beschlossen, dass auch alle Vorschulkinder kurzfristig wieder zurück in die Kitas dürfen. "Unsere Kitas haben als Bildungseinrichtungen eine wichtige Scharnierfunktion beim Übergang zur Grundschule", sagte Streichert-Clivot. Es sei wichtig, dass die Vorschulkinder sich in ihren Kitas auf den neuen Lebensabschnitt vorbereiten könnten.

Ansonsten bleibt es dabei, dass nur Eltern in systemrelevanten Berufen, oder diejenigen, die aufgrund ihrer Berufstätigkeit keine alternative Betreuungsmöglichkeit haben, sowie Alleinerziehende und gefährdete Kinder Anspruch auf einen Betreuungsplatz haben.

Einen genauen Zeitplan, wie die Kita-Betreuung weiter ausgebaut wird und ab wann wieder mit einem Normalbetrieb zu rechnen ist, gibt es nach Angaben des Bildungsministeriums nicht.

Gewerkschaft für Kleingruppen

Zuvor hatte sich die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) klar gegen eine Ausweitung der derzeitigen Gruppengröße von maximal fünf Kindern ausgesprochen. Zudem erneuerte die Gewerkschaft ihre Forderung nach einem landesweit einheitlichen Musterhygieneplan. Es stelle sich die Frage, wie trotz Ausweitung der Notbetreuung das Infektionsgeschehen eingedämmt bliebe und wie die Gesundheit von Kindern und Fachkräften geschützt werden könne.

Weitere Informationen

Offener Brief an Ministerien
GEW fordert Schutzmaßnahmen in Kitas
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat einen landesweit einheitlichen und verbindlichen Musterhygieneplan in Kitas gefordert. Er soll analog zum Hygieneplan in Schulen sein.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 12.05.2020 berichtet.

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