Ein Kindergartenkind spielt mit einem Rechenschieber. (Foto: dpa/Daniel Naupold)

Kitabeiträge noch nicht überall gesenkt

  16.08.2019 | 10:18 Uhr

Es ist eines der wichtigsten Projekte der Landesregierung im Bildungsbereich: Entlastung von Familien bei den Kita-Gebühren. Seit 1. August gilt die neue Regelung - doch noch längst nicht in jeder Kita ist sie bereits umgesetzt. Zudem kann die tatsächliche Senkung regional unterschiedlich ausfallen.

Seit dem 1. August dürfen die Kitas nur noch maximal 21 Prozent der Personalkosten als Elternbeitrag erheben - bislang waren es 25 Prozent. Erste Rechnungen wie etwa in den städtischen Kitas der Landeshauptstadt Saarbrücken zeigen, dass Eltern dadurch beispielsweise bei einem teuren Ganztageskrippenplatz mehr als 60 Euro pro Monat sparen.

Kita gGmbH zieht später nach

Doch längst nicht in allen saarländischen Kitas ist die gesetzliche Neuregelung bereits zu Beginn des neuen Kindergartenjahres umgesetzt. Die Kita gGmbH zum Beispiel - mit 157 Einrichtungen der größte Träger im Saarland - hat nach eigenen Angaben die Beiträge noch nicht gesenkt. Dort will man aber Ende des Monats nachziehen. "Nach jetzigem Stand werden die Nachlässe nach Einrechnung der Tarifsteigerungen zwischen 12 und 16 Prozent betragen", sagte Geschäftsführer Rainer Borens. Er begründete die Verzögerung unter anderem damit, dass die geplante Beitragssenkung zwar frühzeitig durch das Ministerium über die Medien kommuniziert worden sei - eine tatsächliche rechtsverbindliche Aussage zur Neuregelung aber erst im Juli vorgelegen habe. Zu viel gezahlte Beiträge würden aber zurückerstattet.

Vereinzelt keine Senkung geplant

In einzelnen Kommunen werden die Beiträge in diesem Jahr aber auch gar nicht gesenkt - oder in deutlich geringerem Umfang, wie das Bildungsministerium auf SR-Anfrage mitteilt. Nicht jeder Träger habe bisher die Obergrenze von 25 Prozent der Personalkosten ausgeschöpft. Einige Kita-Beiträge hätten bereits vor der Neuregelung bei 21 Prozent oder sogar darunter gelegen. Somit könne es sein, dass im gerade begonnenen Kindergartenjahr "eine nur geringe, im Extremfall sogar keine Reduzierung eintritt", heißt es aus dem Ministerium. "Diese wird dann aber im nächsten Jahr stattfinden, da der Beitrag ein weiteres Mal um vier Prozentpunkte auf dann nur noch 17 Prozent der Personalkosten sinken wird."

In mindestens einem Fall wurde der neue Elternbeitrag auch falsch berechnet - der Träger hat den Fehler nach Angaben des Ministeriums aber mittlerweile korrigiert. Weitere Fälle sind dem Ministerium nicht bekannt. Derzeit läuft aber noch eine Umfrage bei allen Trägern zu den neuen Gebühren.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 16.08.2019 berichtet.


Weitere Informationen

Politik & Wirtschaft
Kita-Beiträge sinken ab 1. August [21.01.2019]
Gleich mehrere Hundert Euro monatlich kostet ein Krippenplatz im Saarland - für Familien oft eine große finanzielle Belastung. Die Große Koalition will die Gebühren deshalb bis 2022 schrittweise halbieren. Der Anfang wird nach den Sommerferien gemacht.

Für Bezieher von Kinderzuschlag und Wohngeld
Kita auf Antrag komplett gebührenfrei [01.08.2019]
Seit dem 1. August gelten im Saarland nicht nur niedrigere Kita-Beiträge. Künftig können auch mehr Eltern mit niedrigem Einkommen komplett vom Beitrag befreit werden - wenn sie einen entsprechenden Antrag beim Jugendamt stellen.

Artikel mit anderen teilen