Filmvorführraum im Kino Achteinhalb (Foto: kinoachteinhalb)

Saar-Kinos fordern Unterstützung

Harald Schmid / Onlinefassung: Axel Wagner   24.04.2020 | 10:56 Uhr

Die Kinobetreiber im Saarland sehen sich durch die momentanen Corona-Einschränkungen in ihrer Existenz bedroht. In einem offenen Brief an Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) und mehrere Minister befürchten sie ein massives Kinosterben im Land. Die Betreiber fordern deshalb von der Politik mehr Unterstützung.

Konkret geht es um einen Betrag von 4,62 Euro pro fehlendem Kinobesucher. Genau das seien die verbleibenden Fixkosten, das Kurzarbeitergeld schon abgezogen: Mieten, Pachten, Ausfallgelder für die vielen Aushilfskräfte. Mehr als die Hälfte der Mitarbeiter in den saarländischen Kinos sind demnach Minijobber. Hinzu kommt, dass einige Verleiher angekündigt haben, Filme nun direkt auf die Streamingportale statt wie geplant ins Kino zu bringen. „Damit droht die traditionelle Auswertungskaskade der Filmwirtschaft zusammenzubrechen“, heißt es in dem Schreiben.

Kino-Betreiber bitten um Unterstützung vom Land
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 24.04.2020, Länge: 02:47 Min.]
Kino-Betreiber bitten um Unterstützung vom Land

Zur Berechnung verweisen die Kinobetreiber auf die Besucherzahlen der Jahre 2017 bis 2019: Im Schnitt etwa 500.000 Kinogänger im ersten Halbjahr, davon etwa 40 Prozent in den Monaten März und April. Zusammen ergibt sich daraus für alle 23 Kinos im Saarland ein monatlicher Betrag von 450.000 bis 500.000 Euro.

Programmkinos in Corona-Zeiten
Steht das Arthouse-Kino vor dem Aus?
Die kommunalen Kinos und Programmkinos sind wegen der Corona-Maßnahmen der Regierung in ihrer Existenz bedroht. In Saarbrücken bangen beispielsweise das camera zwo und das Kino achteinhalb um ihr Überleben, in St. Ingert die Kinowerkstatt. Deren Betreiber sehen sich offenbar weitgehend allein gelassen von der Politik - und kämpfen mit eigenen Ideen gegen die Krise.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 24.04.2020 berichtet.

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