Ein Rasensprenger steht in einem Garten, um den Rasen zu bewässern. (Foto: picture alliance/dpa | Frank Rumpenhorst)

Bislang keine Wasserknappheit im Saarland

  31.07.2022 | 13:19 Uhr

Trotz der lange anhaltenden Trockenheit und Einschränkungen in Nachbarregionen sieht Umweltministerin Berg derzeit keine Wasserknappheit im Saarland. Es habe sich auch in diesem Jahr deutlich mehr Grundwasser gebildet als benötigt. Für die langfristige Absicherung will Berg einen Masterplan entwickeln.

Sonne, hohe Temperaturen und vor allem fehlender Niederschlag – das sorgt derzeit in der gesamten Region wie auch in weiten Teilen Europas für niedrige Pegelstände in Flüssen und Seen, einen hohen Wasserverbrauch und damit auch knapper werdende Grund- und Trinkwasserreserven. Das Département Moselle hat deshalb vor gut zwei Wochen schon strengere Regeln zur Wassernutzung erlassen.

Trotz Tockenheit, kein Wassermangel im Saarland
Audio [SR 3, Carl Rolshoven, 01.08.2022, Länge: 02:45 Min.]
Trotz Tockenheit, kein Wassermangel im Saarland

Keine Veränderung festzustellen

Für das Saarland sieht das Umweltministerium dazu keine Notwendigkeit. „Es gibt derzeit keine Grund- beziehungsweise Trinkwasser-Knappheit im Saarland“, teilte Umweltministerin Petra Berg (SPD) mit. „Jedes Jahr bildet sich deutlich mehr Grundwasser nach als verbraucht wird. Das hat sich auch in diesem Jahr nicht geändert.“

Die Grundwasserneubildung liegt nach Ministeriumsangaben in den wasserwirtschaftlich genutzten Grundwasserleitern bei circa 180 Millionen Kubikmetern pro Jahr (m³/a). Umgerechnet heißt das: Pro Sekunde werden im Schnitt rund 5703 Liter Grundwasser neu gebildet.

135 Millionen Kubikmeter technisch nutzbar

Als Grundwasserleiter werden Gesteinskörper mit Hohlräumen bezeichnet, die zur Leitung von Grundwasser geeignet sind. In diesen Grundwasserleitern befinden sich bestimmte Abschnitte, sogenannte Grundwasserkörper, die genutzt werden können. Im Saarland gibt es derzeit 16 solcher Grundwasserkörper.

Von den 180 Millionen Kubikmetern neu gebildeten Grundwassers pro Jahr könnten laut Ministerium rund 135 Millionen Kubikmeter technisch auf Dauer genutzt werden, das Ministerium spricht hier von einem „gewinnbaren Grundwasserdargebot“.

Förderung bei knapp 70 Millionen Kubikmeter

Unter Beachtung ökologischer Rahmenbedingungen reduziert sich dieses Dargebot auf circa 100 Millionen Kubikmeter pro Jahr. „Die Wasserförderung lag in den letzten Jahren im Durchschnitt bei knapp 70 Millionen Kubikmeter im Saarland“, so Ministerin Berg. „Davon gehen circa 53 Millionen Kubikmeter in die öffentliche Wasserversorgung, der Rest verteilt sich auf Brauchwasserentnahmen und die Entnahmen für sonstige Zwecke wie zum Beispiel Mineralwassergewinnung.“

Auch die seit Monaten anhaltende Trockenheit sieht das Ministerium nicht als Problem. „Die Niederschläge im Sommer tragen kaum zur Grundwasserneubildung bei“, so Berg. „Gerade bei Sommergewittern kann das Regenwasser nicht tief in den trockenen Boden eindringen und fließt dann größtenteils oberirdisch ab.“ Das Absinken der Wasserspiegel könne im Winter in der Regel wieder ausgeglichen werden.

Klimawandel beim Wasser – noch – nicht messbar

Allerdings kann der sich abzeichnende Klimawandel grundsätzlich auch Auswirkungen auf das Wasserangebot mit sich bringen, etwa eine veränderte Grundwasserneubildung, verlängerte Verdunstungsphasen und einen verstärkten Wasserverbrauch. Im Saarland sind es laut Umweltministerium bisher jedoch keine Veränderungen des Grundwasservolumens zu beobachten, die auf eine klima- oder entnahmebedingte Abnahme schließen lassen.

Der private Wasserverbrauch im Saarland habe sich seit den 80er Jahren kaum verändert. 2020 verbrauchte jeder Saarländer im Schnitt 125 Liter Wasser pro Tag. Nimmt man aber die Industrie dazu, ist der Jahresverbrauch von knapp 100 Millionen Kubikmetern in den 80ern auf etwa 67 Millionen Kubikmeter zurückgegangen, also etwa um ein Drittel.

„Masterplan Wasserversorgung“ soll kommen

Sollte es doch einmal zu Wasserknappheit kommen, hat im Saarland die Versorgung der Bevölkerung laut Ministerin Berg absolute Priorität. „Die Grundversorgung ist die zentrale, gesamtgesellschaftliche, generationenübergreifende Aufgabe im Sinne der Daseinsvorsorge.“ Berg kündigte dafür einen „Masterplan Wasserversorgung“ an, der Lösungen für eine dauerhafte Absicherung enthalten soll.

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