HNO-Klinik des UKS in Homburg (Foto: Sebastian Knöbber/SR)

U-Ausschuss zu Missbrauchsvorwürfen ausgebremst

Thomas Gerber / Onlinefassung: Anne Staut   29.09.2020 | 18:00 Uhr

Die Arbeit des Landtags-Untersuchungsausschusses zum mutmaßlichen Missbrauchsskandal an der Homburger Uniklinik ist, in Bezug auf die Vorfälle in der Hals-Nasen-Ohrenklinik, ins Stocken geraten. Die Anwältin der Opfer von zwei Kindern, die im OP der HNO Verletzungen im Analbereich erlitten haben sollen, hat die Entbindung von der ärztlichen Schweigepflicht zurückgezogen.

Die Abgeordneten fühlen sich ausgebremst. 14 Zeugen, Ärztinnen und Schwestern der HNO-Klinik und der Anästhesie waren für Dienstag geladen. Ihre Befragung verlief mehr als stockend. Angesichts der nunmehr geltenden Verschwiegenheitspflicht waren nur noch allgemeine, aber keine konkreten Fragen erlaubt. Wie die Abläufe während der jeweiligen Operationen waren, blieb offen.

Video [aktueller bericht, 29.09.2020, Länge: 2:45 Min.]
Untersuchungsausschuss zur Uniklinik ausgebremst

Die von der Klinikleitung angeführte These, dass nicht entfernte Plastikhüllen von Zäpfchen zu den Verletzungen geführt haben könnten, erscheint weiterhin mehr als unwahrscheinlich. Eine Anästhesieschwester sagte, dass sie das in ihren vielen Berufsjahren noch nie erlebt habe.

Weiteres Vorgehen unklar

Wie es im Untersuchungsausschuss zum mutmaßlichen Missbrauchsskandal weitergeht, nachdem die Opferanwältin die Entbindung von der ärztlichen Schweigepflicht zurückgezogen hat, ist unklar. Die Ausschussvorsitzende Dagmar Heib von der CDU soll das Gespräch mit der Opferanwältin suchen. Zwar müssten die Persönlichkeitsrechte in jedem Fall gewahrt werden, aber ohne konkrete Nachfragen sei eine Aufklärung schier unmöglich.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 29.09.2020 berichtet.

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