Bauarbeiten im Ludwigsparkstadion, Saarbrücken. (Foto: SR)

Ludwigspark-Bieter wird wohl nicht klagen

Thomas Gerber / Onlinefassung: Thomas Braun   09.03.2017 | 13:42 Uhr

Sollte der Stadtrat Saarbrücken das Vergabeverfahren zum Bau des Ludwigsparkstadions stoppen, wird es vermutlich keine juristischen Schritte des betroffenen Bauunternehmens geben. Zuvor hatte der Landesrechnungshof vor einer juristischen Auseinandersetzung gewarnt.

Rechnungshof warnt vor juristischem Nachspiel [09.03.2017]
Der Landesrechnungshof befürchtet, dass eine Aufhebung des Vergabeverfahrens beim Ludwigspark zu einer juristischen Auseinandersetzung mit dem bestplatzierten Bieter führen könnte. Zudem hegt man offenbar Zweifel an der Seriosität der bisherigen Berechnungen. Am Abend will der Stadtrat über das weitere Vorgehen abstimmen.

Ein Sprecher der Dinslakener Hellmich-Gruppe sagte dem SR, mit ihrem Vorhaben, das Vergabeverfahren jetzt zu stoppen, handele die Stadt Saarbrücken formal juristisch vermutlich korrekt. Trotzdem seien bei der Erstellung des Angebots Kosten angefallen. So seien Unternehmensvertreter unter anderem mehrfach zu Gesprächen nach Saarbrücken gereist. In der kommenden Woche werde man nun darüber beraten, ob man diese Kosten geltend mache. Wörtlich sagte der Hellmich-Sprecher, man sei zwar „not amused“ über den Stopp der Vergabe, habe aber letztlich „keine Lust zu klagen“. 

Zuvor hatte der Landesrechnungshof vor einer möglichen juristischen Auseinandersetzung mit dem Bieter gewarnt. Zudem schließt der Rechnungshof nicht aus, den Umbau des Ludwigsparks zu prüfen.

Hellmich-Gruppe gilt als renommierter Stadionbauer

Der Stadtrat wird das Vergabeverfahren heute Abend in einer Sondersitzung voraussichtlich stoppen, da sich die Gesamtkosten für den Stadionneubau von 20 auf 28 Millionen Euro erhöht haben. Die Hellmich-Gruppe hatte mit circa 15 Millionen Euro das günstigste Angebot für den Bau der Haupt- und Osttribüne abgegeben. Daraufhin hatte die Stadt dem Unternehmen einen vorläufigen Zuschlag erteilt, der unter dem Vorbehalt stand, dass der Stadtrat zustimmt.

Die Hellmich-Gruppe zählt zu den renommiertesten Stadionbauern Deutschlands. Sie hat unter anderem Stadien in Ingolstadt, Aachen sowie auf Schalke und in St. Pauli gebaut. Der Unternehmenssprecher erklärte weiter, 25 bis 28 Millionen Euro seien für den geplanten Um- und Neubau des Saarbrücker Ludwigsparks eine realistische Größenordnung.

Über dieses Thema wurde am 9. März auch in den SR-Hörfunknachrichten berichtet.

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