Neubau der Forensik in Merzig (Foto: Rolf Ruppenthal)

Merziger Forensik in diesem Jahr noch ohne Coronafall

Thomas Gerber   30.04.2021 | 12:44 Uhr

Das Coronaschutzkonzept in der Merziger Klinik für forensische Psychiatrie greift offenbar. In diesem Jahr hat es noch keinen einzigen Fall gegeben.

In der Merziger Forensik sind in diesem Jahr bislang lediglich drei Beschäftigte vorübergehend unter Quarantäne gestellt werden, teilte das Justizministerium auf SR-Anfrage mit. Die drei Coronaverdachtsfälle hätten aber nicht in Zusammenhang mit der Tätigkeit der Betroffenen in der Klinik gestanden. Im vergangenen Jahr hatte es in Merzig noch zwei Coronafälle gegeben - bei einem Patientenen und einem Bediensteten.

Kontaktmöglichkeiten mit Angehörigen werden erweitert

Wie das Ministerium weiter erklärte, sollen die Kontaktmöglichkeiten der Patienten zu Angehörigen erweitert werden. Ab Montag sei es nunmehr ähnlich wie in der Justizvollzugsanstalt Saarbrücken möglich, Gespräche per Video-Telefonie zu führen. Dies hatte das Ministerium bereits Ende vergangenen Jahres gegenüber dem SR angekündigt.

Bei der Umsetzung dieses Projekts habe es aufgrund von Problemen bei der Verkabelung Verzögerungen gegeben. Das Ministerium wies aber zugleich darauf hin, dass Video-Telefonie nicht für alle Patienten möglich sei. So sei etwa bei schizophrenen oder psychotischen Patienten eine derartige Kontaktaufnahme meist therapeutisch nicht angezeigt. Damit kommen vermutlich in erster Linie Patienten in den Genuss der neuen Kontaktmöglichkeit, die aufgrund ihrer Drogen- oder Alkoholsucht straffällig geworden sind.

In der Merziger Forensik sind aktuell 158 Patienten untergebracht. Es handelt sich um schuldunfähige beziehungsweise vermindert schuldfähige Straftäter. Die Klinik hat rund 200 Beschäftigte.

Über dieses Thema berichteten die SR-Hörfunknachrichten am 30.04.2021.

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