Eine Person wird per Spitze geimpft. (Foto: Sebastian Gollnow/dpa)

Im Saarland vorerst keine Impfung in der Apotheke

Kai Forst   25.01.2020 | 08:51 Uhr

Ab 1. März dürfen Apotheken Grippeimpfungen durchführen. Die Bundesregierung erhofft sich dadurch einen deutlichen Anstieg der Impfquote. Im Saarland haben sich allerdings noch keine Apotheken für den Modellversuch beworben.

Impfen in der Apotheke, das soll schon bald möglich sein – zumindest gegen die Grippe. Der Bundesrat hatte jüngst dem neuen Masernschutzgesetz zugestimmt, in dessen Rahmen auch Grippeimpfungen in Apotheken möglich sind. Der Stichtag ist der 1. März.

Noch kein Modellvorhaben im Saarland

Im Saarland wird das zu diesem Zeitpunkt aber nicht umsetzbar sein, denn bis dato haben sich noch keine saarländischen Apotheken für das Modellprojekt beworben. Und noch mehr: Offenbar stehen die Pläne der Bundesregierung noch auf keiner Agenda. „Im Saarland gibt es noch kein Modellvorhaben zur Durchführung von Grippeschutzimpfungen in Apotheken“, so ein Ministeriumssprecher. Auch seien die genauen Regelungen zur Umsetzung noch nicht bekannt. Entsprechend der fehlenden Anmeldungen seien demnach auch noch keine Apothekerinnen und Apotheker geschult worden.

Die Apotheker im Saarland erklären ihre bisherige Zurückhaltung damit, dass die Rahmenbedingungen für den Modellversuch noch nicht abschließend geklärt seien. Dennoch gehe man davon aus, dass einige Apotheken in der Zukunft an dem Projekt teilnehmen werden, so eine Sprecherin der Apothekerkammer. Derzeit sei es aber noch zu früh, um genauere Aussagen zu treffen.  

Diskussion zwischen Apothekern und Ärzten

In der vergangenen Woche hatte die Apothekerkammer des Saarlandes das Vorhaben der Bundesregierung begrüßt. „Wir wollen dazu beitragen, dass Menschen in Deutschland gegen Grippe geimpft werden. Apotheken sind niedrigschwellige Anlaufstellen für Millionen Menschen, die kompetente Gesundheitsberatung vor Ort suchen“, hatte Kammerpräsident Manfred Saar gesagt, nachdem der Bundesrat grünes Licht für das Gesetz gegeben hatte. Ganz anders sieht das die Kassenärztliche Vereinigung im Saarland, die mit einer strikten Ablehnung reagierte. Impfen sei Aufgabe von Ärzten und müsse es auch bleiben.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 25.01.2020 berichtet.

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