Wechselunterricht in einer Schulklasse. (Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Patrick Pleul)

Saar-Schulen bleiben beim Wechselunterricht

Christine Alt / Onlinefassung: Axel Wagner   13.04.2021 | 18:14 Uhr

Die saarländischen Schulen bleiben weiter im Wechselunterricht. Von dem Plan, ab kommenden Montag zum Vollpräsenzunterricht zurückzukehren, ist die Landesregierung abgerückt. Dieser Beschluss fiel am Dienstag im Ministerrat.

Der Wechselunterricht bleibt – vorerst für die nächsten zwei Wochen. Aus dem Bildungsministerium heißt es zur Begründung, die Infektionsausbrüche im Saarland seien derzeit diffus, und die Lage in den Kliniken spitze sich zu. Deshalb wolle Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) vorerst am inzwischen eingespielten Wechselmodell mit den eingeführten Corona-Testungen festhalten. Denn die Schnellteststrategie an den Schulen habe in den vergangenen Tagen dazu geführt, auch Fälle an Schulen zu identifizieren, sagte sie im SR-Interview.

Weiterhin Wechselunterricht im Saarland
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 13.04.2021, Länge: 02:05 Min.]
Weiterhin Wechselunterricht im Saarland

SPD: Dünne Datenlage für Ampel-Modell

Studiogespräch zur Fortführung des Wechselunterrichts
Audio [SR 3, Studiogespräch: Gerd Heger/Janek Böffel, 13.04.2021, Länge: 03:28 Min.]
Studiogespräch zur Fortführung des Wechselunterrichts

Aus SPD-Kreisen ist aber auch zu hören, dass die Sozialdemokraten den CDU-geführten Ministerien und der Staatskanzlei vorwerfen, die Datenlage für die Entscheidungen im Saarland-Ampel-Modell sei zu dünn. Ein besseres Monitoring sei nötig.

Auch die Bundes-Notbremse, die von der Bundesregierung beschlossene Änderung im Infektionsschutzgesetz, hat bei der Entscheidung für die Schulen eine wichtige Rolle gespielt. Denn das schwebt nun wie ein Damoklesschwert über dem Saarland. Die Schulen ganz zu öffnen, um sie dann vielleicht kurz drauf vom Bund wieder schließen lassen zu müssen, das wollte man nicht riskieren. Heißt also: Vorerst bleibt es beim Wechselmodell, ab Montag aber mit Testpflicht. Dazu werden nach Angaben von Ministerin Streichert-Clivot allen Schülerinnen und Schülern zwei Tests pro Woche angeboten.

Testpflicht an Schulen

An den weiterführenden Schulen und auch an den beruflichen Schulen im Saarland werden die Coronatests auf Selbsttests umgestellt. Das gilt laut Bildungsministerium ab Montag sowohl für Lehrkräfte als auch für Schülerinnen, Schüler und Personal. An diesen Schulen gilt auch eine Testpflicht.

Anders sieht es an Grund- und Förderschulen aus. Dort bleiben die Tests zunächst freiwillig. Schülerinnen und Schüler werden zurzeit noch wie bisher von geschultem Personal getestet. Nur Lehrkräfte und sonstiges Personal sollen sich ab Montag selbst testen.

Auf Bundesebene sei allerdings geplant, die Testverpflichtung auf alle Schulformen auszuweiten, sagte Streichert-Clivot. "Das würde im Saarland bedeuten: auch für die Grund- und Förderschulen. Das bereiten wir jetzt auch entsprechend vor, dass wir die entsprechenden Testkapazitäten haben.“

Die Umstellung auf die Selbsttestung hat eine Übergangsfrist bis Ende April. Das Land will zudem Unterstützungskräfte dafür finanzieren. Spätestens Anfang Mai will die Regierung weiter beraten, ob und wann auch Grundschüler auf Selbsttests umsteigen.

SLLV begrüßt Entscheidung

Der Saarländische Lehrerinnen- und Lehrerverband (SLLV) begrüßte die Entscheidung, den Wechselunterricht in allen Schulen vorerst beizubehalten. "Alles andere wäre bei den steigenden Infektionszahlen und einer Inzidenz von über 100 nicht verantwortbar gewesen", sagte die SLLV-Vorsitzende Lisa Brausch. Sie monierte jedoch, dass die Testpflicht bislang nur für die Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen gilt, nicht aber für die Grund- und Förderschulen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 13.04.2021 berichtet.

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