Das Wappen des Saarlandes vor dem Landtagsgebäude (Foto: picture alliance/dpa | Oliver Dietze)

Landtagsfraktionen halten an Stufe Gelb fest

Janek Böffel / Onlinefassung: Axel Wagner   19.04.2021 | 16:10 Uhr

Die Fraktionen im saarländischen Landtag halten es trotz der Ereignisse am Samstag in der Saarbrücker Innenstadt nicht für nötig, die Corona-Ampel des Saarland-Modells auf Rot zu schalten. Man dürfe nicht das gesamte Modell infrage stellen, heißt es Parteigrenzen übergreifend.

In der Nacht von Samstag auf Sonntag hatten auf dem St. Johanner Markt in Saarbrücken 400 bis 500 Personen gefeiert. Eine Gruppe von 30 bis 40 Fußballfans des 1. FC Saarbrücken hatte dabei außerdem Polizeibeamte beleidigt und mit Flaschen beworfen. In der Folge kündigte die Landesregierung mehr Polizeikontrollen an.

Funk: Es gibt immer ein paar „Idioten“

CDU-Fraktionschef Alexander Funk sagte zu den Vorfällen, es gebe immer ein paar „Idioten“. Deshalb wolle er nicht seine gesamte Politik umstellen. Das Saarland-Modell sei weiterhin richtig.

Ähnlich äußerte sich auch SPD-Fraktionschef Ulrich Commerçon. Er kritisierte allerdings gleichzeitig die Kommunikation von Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) und der Staatskanzlei. Durch begleitende Kampagnen in den sozialen Netzwerken wie etwa Aufforderungen zum Grillen nach Tests sei eine falsche Botschaft entstanden.

Linke und AfD gegen Änderungen

Auch die Linke sagte, man dürfe nicht mit Verschärfungen auf die Vorfälle reagieren. Nur weil es Menschen gebe, die Regeln brechen, dürfe man nicht das ganze Modell diskreditieren.

Die AfD sieht in den Vorfällen auch eine Folge des langen Lockdowns. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Rudolf Müller sagte, es gebe einen ungeheuren Bedarf bei jungen Leuten, mal rauszukommen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 19.04.2021 berichtet.

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