Sozialer Wohnungsbau (Foto: dpa/Susann Prautsch)

Kaum Sozialwohnungen im Saarland

  26.06.2019 | 12:25 Uhr

Im Saarland sind seit dem Jahr 2005 fast 90 Prozent der Sozialwohnungen verschwunden. Das geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor. Demnach hat sich die Zahl der geförderten Wohnungen mit Mietpreisbindung in diesem Zeitraum von 5000 auf 550 verringert.

Der Parlamentarische Geschäftsführer der Linksfraktion, Jochen Flackus, sagte dazu, der soziale Wohnungsbau im Saarland sei ein Trauerspiel. Jahrelang hätten die CDU-geführten Landesregierungen keine einzige Sozialwohnung neu gebaut.

Landesweite Planung gefordert

Gleichzeitig seien viele ältere Wohnungen aus der Mietpreisbindung herausgefallen. Letztes Jahr hätten rund 3300 Familien auf den Wartelisten der Wohnungsbaugesellschaften gestanden, weil sie bezahlbaren Wohnraum suchen. Es gebe allerdings gerade einmal 550 Wohnungen mit Mietpreisbindung. Flackus betonte, hier müsse dringend umgesteuert werden.

Außerdem forderte Flackus eine stimmige landesweite Planung. Ein möglicher Leerstand von Luxusappartements und höherpreisigen Wohnungen nutze Menschen, die bezahlbaren Wohnraum in den Städten suchen, nichts.

30 Millionen für Sozialwohnungen

In der vergangenen Woche hatte Bauminister Klaus Bouillon (CDU) angekündigt, dass in den kommenden beiden Jahren rund 500 neue Sozialwohnungen gebaut werden könnten. Investoren hätten in diesem Umfang Interesse an Fördermitteln angemeldet. Insgesamt stünden 30 Millionen Euro zur Verfügung.

Über dieses Thema wurde auch in den SR-Hörfunknachrichten vom 26.06.2019 berichtet.

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