Eine Viertklässlerin Steht im Französischunterricht vor einem Plakat  (Foto: picture-alliance/ dpa | Patrick Seeger)

Viele Saar-Grundschüler lernen Französisch nicht ab Klasse 1

Marc-André Kruppa   23.06.2021 | 15:06 Uhr

Sieben Jahre nach dem Start der Frankreich-Strategie haben drei Viertel aller Grundschulen im Saarland noch immer keinen Französisch-Unterricht ab der 1. Klasse. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage von Linken-Fraktionschef Lafontaine hervor. Erfolge gibt es dagegen bei der wirtschaftlichen Zusammenarbeit von Frankreich und dem Saarland.

In den meisten saarländischen Grundschulen gibt es nach wie vor keinen Französischunterricht ab der ersten Klasse. Das zeigt - sieben Jahre nach dem Beschluss der Frankreich-Strategie - eine Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage von Linken-Fraktionschef Oskar Lafontaine.

Entwicklung in Kitas und Ausbildungen

In den Kitas hat mittlerweile die Häfte aller Einrichtungen im Saarland ein zweisprachiges Konzept. Außerdem ist der Französischunterricht an Grundschulen ab Klasse drei Pflicht. Im Bereich der beruflichen Bildung können Azubis seit 2019 auch im Hotel- und Gastronomie- sowie im Bauwesen ein deutsch-französischen Berufschulzweig wählen.

Auf die Frage der Linken, wie viele Saarländer heute als zweisprachig im Vergleich zu 2013 gelten und wie viele es in zehn Jahren sein sollen, gibt die Regierung keine Antwort. Aus ihrer Sicht kann man nicht definieren, ab wann jemand als zweisprachig bezeichnet wird.

Erfolge für Handelspartner

Im Wirtschaftsbereich gibt es unterdessen weitere Erfolge. Seit 2017 ist das Saarland wieder der wichtigste Handelspartner von Frankreich.

Auch wenn die Grenzschließungen- und Kontrollen zu Beginn der Pandemie massiv in der Kritik standen: Durch die festgeschriebene Zusammenarbeit zwischen dem Saarland und der französischen Grenzregion bei der Krankenhausversorgung konnte das Saarland der zum Teil überlasteten Region Grand Est bei der Unterbringung von Covid-Patienten helfen.

Beschluss von 2014

Im Jahr 2014 hatte das Saarland eine umfangreiche Frankreich-Strategie beschlossen. Zum Fahrplan zählte unter anderem, dass mehr Kindertageseinrichtungen und Grundschulen zweisprachig werden sollten und Universitäten im Saarland, Luxemburg und Lothringen enger kooperieren sollte.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 23.06.2021 berichtet.

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