Menschen mit gefüllten Einkaufstüten (Foto: picture alliance / Nikolai Huland/dpa)

Kaufkraft der Saarländer steigt

Thomas Braun   23.12.2018 | 14:55 Uhr

Die Saarländer werden im kommenden Jahr voraussichtlich 700 Euro mehr für Konsumausgaben, Wohnen und Sparen zur Verfügung haben. Nach Einschätzung des Marktforschungsunternehmen GfK steigt die durchschnittliche Kaufkraft auf 22.329 Euro.

Damit bleibt das Saarland weiter rund sechs Prozent unter dem Bundesschnitt. Bundesweit gehen die Marktforscher von einem Anstieg um 763 Euro auf knapp 23.800 Euro aus. Spitzenreiter ist Hamburg mit einer Kaufkraft von mehr als 26.000 Euro pro Einwohner, dahinter folgen Bayern (26.000 Euro) und Baden-Württemberg (25.700 Euro). Am Ende der Statistik liegt Mecklenburg-Vorpommern mit einer prognostizierten Kaufkraft von 20.106 Euro.

Für ihre Berechnung gehen die Marktforscher von steigenden Löhnen in vielen Branchen, einem stabilen Arbeitsmarkt und höheren Renten im kommenden Jahr aus. Ob die Bürger im kommenden Jahr aber tatsächlich mehr Geld für den Konsum zur Verfügung haben, hänge auch von der Preisentwicklung beispielsweise bei Fixkosten wie Miete, Strom und Gas ab.

Deutlich niedriger Lebenshaltungskosten im Saarland

Der Kaufkraft-Abstand zwischen dem Saarland und den restlichen Bundesländern liegt seit Jahren stabil bei sechs bis sieben Prozent. Allerdings sind die Lebenshaltungskosten im Saarland auch deutlich geringer als in anderen Bundesländern, wie beispielsweise das Wirtschaftsforschungsunternehmen Prognos im Auftrag der Deutschen Versicherer speziell mit Blick auf Rentner errechnet hat. Demnach sei das Leben im Saarpfalz-Kreis knapp sieben Prozent günstiger als im Bundesschnitt, im Regionalverband Saarbrücken immerhin noch vier Prozent günstiger.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch das Onlineportal Financescout24 in einem Vergleich von knapp 80 Großstädten. Wer in Saarbrücken demnach mit jährlich 22.000 Euro auskommt, müsste für einen vergleichbaren Lebensstandard in München 33.700 Euro aufbringen, in Stuttgart 29.700 Euro. Günstiger lebt es sich hingegen vor allem im Ruhrgebiet, in den ostdeutschen Großstädten und in Bremen.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 24.12.2018 berichtet.

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