Eine Katze im Gegenlicht (Foto: dpa)

Saarland führt Katzenkastrationspflicht ein

Daniel Dresen   11.12.2020 | 13:48 Uhr

Das Saarland führt eine Kastrationspflicht für Katzen ein, die spätestens Ende Januar in Kraft treten soll. Saarländische Katzenhalter dürfen dann in sogenannten Hotspots ihre Tiere nur noch rauslassen, wenn sie kastriert, gekennzeichnet und in einem Haustierregister eingetragen sind.

In Deutschland leben rund zwei Millionen Katzen auf der Straße, in Hinterhöfen oder in stillgelegten Industriegebäuden. Viele von ihnen sind nach Auskunft des Deutschen Tierschutzbunds krank, unterernährt oder verletzt.

Allein im Saarland sind es nach Schätzung der Tierorganisation mehrere tausend verwilderte Hauskatzen. Mit einer Katzenschutzverordnung will die saarländische Landesregierung das Tierleid nun mindern. Dabei beschränkt sich die Kastrationspflicht auf große lokale Ansammlungen von Katzen.

Ab wann es sich um einen sogenannten Hotspot handelt, das müssen das Landesamt für Verbraucherschutz und der Tierschutzbund in einem Kriterienkatalog noch bestimmen. Gibt es einen Hotspot, schlagen die Veterinärämter vor Ort Alarm. In den betroffenen Gebieten sollen Katzenhalter dann per öffentlicher Vorankündigung über die Kastrationsaktion informiert werden.

Unterstützung für Tierschutzvereine

Katzen, die nicht gekennzeichnet und nicht in einem Haustierregister eingetragen sind, werden dann durch Mitglieder der örtlichen Tierschutzvereine eingefangen. Die Tierschützer kastrieren die Katzen und chippen sie.

Sehr junge Katzen können nach Auskunft des Verbraucherschutzministeriums dann eventuell vermittelt werden. Verwilderte erwachsene Tiere, die an das Leben auf der Straße gewöhnt sind, werden vor Ort wieder freigelassen. Die Tierschutzvereine sollen für ihren Einsatz finanziell unterstützt werden. Das Kastrieren und Chippen einer Katze kostet rund 120 Euro.

Freude über Rechtssicherheit

Nach Auskunft des Deutschen Tierschutzbunds werden bereits jetzt jährlich rund 1000 verwilderte Hauskatzen im Saarland von Tierschützern kastriert. Dabei handelt es sich bislang um eine rechtliche Grauzone. Mit der Kastrationspflicht in Hotspots bekommen die Vereine nun auch Rechtssicherheit.

Die Vorsitzende des Deutschen Tierschutzbunds im Saarland, Beatrice Speicher-Spengler, bezeichnet dies als großen Erfolg. "Wir gehen jedes Jahr in Fundkatzen unter, die frei geboren oder aus einem Haushalt rausgeschmissen wurden. Es müssen einfach weniger werden", sagt die Vorsitzende.

Der Ministerrat will nach SR-Informationen nächste Woche für die Katzenschutzverordnung grünes Licht geben.

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