Frisch geerntete Kartoffeln (Foto: Pixabay/Couleur)

Preise für Saar-Kartoffeln steigen moderat

Axel Wagner   19.11.2018 | 11:35 Uhr

Die lange Dürre im Sommer macht sich auch bei saarländischen Bauern bemerkbar. Doch während die Preise für Kartoffeln bundesweit um mehr als die Hälfte gestiegen sind – von 55 auf 84 Cent pro Kilogramm – fällt der Anstieg im Saarland deutlich moderater aus.

„Bei uns sind die Preise etwas gestiegen, so in der Größenordnung von zehn bis 15 Prozent“, sagte Bauernverband-Hauptgeschäftsführer Hans Lauer dem SR. Zwar hätten die Bauern auch im Saarland gut ein Viertel weniger Kartoffeln geerntet als 2017, durch die Direktvermarktung gebe es aber hier weniger Schwankungen. Allerdings liegt der Anteil der Kartoffeln aus der Region am Markt nach Einschätzung Lauers bei unter zehn Prozent.

Besonders bei den größeren Kartoffeln, wie sie häufig in der Industrie genutzt werden, beispielsweise für Tiefkühl-Pommes, verzeichneten die Bauern Einbußen. Der sonst übliche Zuwachs im Herbst sei durch die Trockenheit ausgeblieben, so Richard Schreiner, Präsident der Landwirtschaftskammer Saarland. Stellenweise hätten 300 bis 400 Liter Niederschlag gefehlt.

Zufriedenstellende Ernte mit vereinzelten Problemen

Doch beide können der Ernte auch Positives abgewinnen. „Man hat wirklich schön planen können. Das war auch mal sehr angenehm“, so Schreiner. Der „Regendruck“ habe gefehlt. Laut Lauer haben die Kartoffeln – wie andere Früchte auch – in diesem Jahr eine sehr gute Qualität.

Auch die Ernte insgesamt sieht Lauer nicht als dramatisch an. Die Getreideernte sei zufriedenstellend verlaufen, da sie schon vor der Dürreperiode abgeschlossen worden sei. Beim Gras gebe es durch die vielen Braunflächen im Sommer etwas Probleme mit dem Winterfutter, und die Maisernte sei um rund ein Viertel geringer ausgefallen. Davon dürfte der Verbraucher allerdings auch wenig merken, denn der Mais wird als Tierfutter genutzt.

Weniger Glück haben nach Angaben der Landwirtschaftskammer die Getreidebauern, die ihre Ernte zum Teil durch Vorverträge mit Abnehmern absichern. Sie hätten gegenüber den vereinbarten Tarifen deutlich höhere Preise erzielen können.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 19.11.2018 berichtet.

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