Kardinal Reinhard Marx (Foto: picture alliance/dpa | Federico Gambarini)

Kardinal Marx verzichtet nach Kritik auf Verdienstkreuz

  27.04.2021 | 18:37 Uhr

Nach massiver Kritik von Missbrauchsopfern verzichtet der Münchner Kardinal Reinhard Marx auf die Auszeichnung mit dem Großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik. Unter anderem hatte die Trierer Initiative Missbit die für Freitag geplante Auszeichnung scharf kritisiert.

"Meine große Bitte an Sie ist, die Auszeichnung nicht vorzunehmen": Mit diesen Worten richtete sich der Münchner Kardinal nach Angaben der Bistumspressestelle an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Er reagierte damit auf die öffentliche Kritik und hoffe auch ein Zeichen setzen zu können, dass ihm die weitere Aufarbeitung von sexuellen Missbrauchsfällen in der Kirche ein wichtiges Anliegen bleibe.

Nach Angaben einer Sprecherin will Bundespräsident Steinmeier Marx' Entscheidung respektieren.

Video [aktueller bericht, 30.04.2021, Länge: 2:27 Min.]
Missbrauchsfall in Freisen steht in Verbindung mit der Kritik an Kardinal Marx

Kritik an Vorgehen als Trierer Bischof

Missbrauchsbetroffene aus dem Bistum Trier hatten Marx vorgeworfen, in seiner Zeit als Bischof von Trier 2002 bis 2008 mit dazu beigetragen zu haben, dass Täter geschützt, Menschen eingeschüchtert und Missbrauch verharmlost wurden. Dabei ging es um Fälle unter anderem in Freisen und Köllerbach.

Dass Marx jetzt auf die Auszeichnung verzichten will, begrüßte die Betroffeneninitiative als "einzig richtige Möglichkeit."

Über dieses Thema berichteten die SR-Hörfunknachrichten am 27.04.2021.

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