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Innenministerium befürwortet Erweiterung des Steinbruchs

Sabine Wachs / Onlinefassung: Rebecca Kaiser   23.09.2016 | 13:05 Uhr

Das saarländische Innenministerium hat grünes Licht für die umstrittene Erweiterung des Kalksteinbruchs in Rubenheim gegeben. Geplant ist, die Abbaufläche um 27 Hektar zu vergrößern. In der Stellungnahme des Ministeriums heißt es, die zahlreichen Einwände von Bürgern, umliegenden Gemeinden und Naturschutzverbänden würden beim Genehmigungsverfahren berücksichtigt.

Man habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, heißt es in der Stellungnahme. Die Einwände der umliegenden Gemeinden, Bürger und Naturschutzverbände sollen als Auflage für die Erweiterung des Kalksteinbruchs dienen. Von den umliegenden Gemeinden hatte sich lediglich Gersheim für die Erweiterung ausgesprochen.

Am Ende spielte für die Entscheidung des Ministeriums auch die Wirtschaftlichkeit eine Rolle. Der Steinbruch ist der letzte übertägige Kalkabbau im Saarland. Gäbe man diesen Standort auf, so das Ministerium, müsse Kalk für die heimische Wirtschaft aus anderen weiter entfernten Steinbrüchen ins Saarland transportiert werden.

Bürger fürchten um Biosphärenreservat Bliesgau

Bürger und Verbände sehen vor allem einen Schaden für die umliegenden Natur- und Vogelschutzgebiete im Biospährenreservat Bliesgau. Außerdem befürchten Anwohner eine höhere Lärmbelastung und weitere Straßenschäden durch den LKW-Verkehr. Steinbruchbetreiber Schmitt widerspricht diesen Befürchtungen. Trotz der Erweiterung bleibe die abgebaute Kalkmenge gleich. Sei der Abbau auf einem Feld erschöpft, werde ein neues aufgemacht, das alte Feld werde renaturiert.

Grünen zweifeln an Verlässlichkeit des Betreibers

Auch die Grünen sehen die Entscheidung kritisch. Sie zweifeln zudem die Verlässlichkeit des Betreibers an. "Wie uns im Umweltausschuss im März 2016 berichtet wurde, habe dieser in der Vergangenheit mehrere Umweltauflagen nicht erfüllt. Unter anderem sollen Gewässer, in denen Amphibien lebten, mit Abbauprodukten aufgeschüttet worden sein," sagte der Grünen-Landtagsabgeordnete Hubert Ulrich. Die Grünen wollen das Thema auf die Tagesordnung des Umweltausschusses am 7. Oktober setzen.

Die Entscheidung des Innenministeriums für die Erweiterung ist ein erster Schritt, eine Genehmigung liegt noch nicht vor, diese muss jetzt in weiteren Verfahren beantragt werden.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung Region am Mittag vom 23.09.2016 berichtet.

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