Ein Justizbeamter schließt in einer JVA eine Tür auf. (Foto: dpa-Bildfunk)

So geht die JVA Ottweiler mit Corona um

Renate Wanninger   30.04.2020 | 09:06 Uhr

Während der Corona-Krise haben die Justizvollzugsanstalten im Saarland besondere Herausforderungen zu meistern, um das Infektionsrisiko zu senken. In der JVA Ottweiler ist die Zahl der Neuzugänge spürbar zurückgegangen. In der JVA-Außenstelle Saarlouis sind zu Beginn der Pandemie Insassen beurlaubt worden, die nur noch eine geringe Reststrafe absitzen mussten.

In der JVA Ottweiler werden nach eigenen Angaben Freiheitsstrafen bis zu 16 Monaten wegen der Corona-Pandemie derzeit nicht vollstreckt – sofern es nicht um ein Verbrechen oder eine Gewalttat geht.

Zwei Neuzugänge pro Woche in Ottweiler

So geht die JVA Ottweiler mit Corona um
Audio [SR 3, Renate Wanninger, 30.04.2020, Länge: 00:54 Min.]
So geht die JVA Ottweiler mit Corona um

Auch so genannte Ersatzfreiheitsstrafen, also Strafen, die dann erlassen werden, wenn Geldstrafen nicht bezahlt werden kommen seit Beginn der Corona-Krise nicht zur Vollstreckung. Normalerweise kämen in durchschnittlichen Wochen bis zu 20 Neuzugänge, so der JVA-Leiter Marco Bauer im Gespräch mit dem SR. In den vergangenen Wochen seien es etwa zwei pro Woche gewesen.

In Saarlouis teilen sich zwei Insassen ein Zimmer

In der JVA-Außenstelle Saarlouis, wo etwa 30 Freigänger untergebracht sind, wurden zu Beginn der Pandemie diejenigen beurlaubt, die nur noch eine geringe Reststrafe absitzen müssen. Damit konnte man erreichen, dass pro Gefangenenraum höchstens nur noch zwei statt drei Gefangene untergebracht werden müssen.

Bisher sei in beiden Haftanstalten weder bei den Insassen noch bei den Angestellten eine Corona-Infektion nachgewiesen worden.

Über dieses Thema haben auch die SR Hörfunknachrichten vom 30.04.2020 berichtet.

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