Chemieplattform Carling (Foto: Lisa Huth)

Besserer Austausch zu Carling und Cattenom vereinbart

  20.11.2019 | 11:03 Uhr

Bei einem Treffen in Saarbrücken haben sich Saar-Umweltminister Jost und der französischen Generalkonsulin Robinet auf einen schnelleren und besseren Informationsaustausch über die Grenze hinweg verständigt. Anlass sind die jüngsten Störfälle auf der Chemieplattform in Carling und die unklaren Pläne für das Atomkraftwerk Cattenom.

Im Oktober hatte es auf der Chemieplattform in Carling einen Zwischenfall gegeben, der mit einer starken Geruchsbelästigung verbunden war. Nach Angaben des Umweltministeriums war über Stunden unklar, ob eine Gesundheitsgefährdung besteht. Umweltminister Reinhold Jost (SPD) sagte bei dem Treffen mit der französischen Generalkonsulin Catherine Robinet, eine solche Situation dürfe es nicht mehr geben.

Austausch auch bei kleinen Störungen

Chemieplattform Carling

Die Chemieplattform Carling-Saint Avold (Plate-Form Total de Carling) ist ein Industriekomplex, auf dem chemische Produkte aus Erdgas und Erdöl sowie Kunststoffe hergestellt werden. Zu den Produkten gehören Acrylate (u.a. in Lacken, Farben, Klebstoffen), superabsorbierende Polymere in Hygieneprodukten (u.a. in Windeln) und Kabeln sowie Acrylglas. Die Plattform liegt etwa drei Kilometer von der deutsch-französischen Grenze bei Völklingen-Lauterbach entfernt. Betreiber ist das französische Mineralölunternehmen Total.

Robinet bedauerte die Kommunikationspanne und nutzte das Treffen, um Verbesserungsvorschläge zu diskutieren. „Unser Anliegen ist, dass alle Unternehmen der Chemieplattform in das sehr gut funktionierende Informationssystem des Plattformbetreibers Total einbezogen werden“, sagte Jost. „Wir wollen, dass bei allen, auch kleineren Störungen, bei denen Geruch, Rauch oder laute Geräusche wahrnehmbar sind, die saarländischen Behörden sofort benachrichtigt werden.“ Auch wenn keine Gesundheitsgefahr bestehe, würden die Menschen auf saarländischer Seite doch unnötig in Unruhe versetzt.

Jost wünscht sich einen festen Störfall-Beauftragten auf der Plattform, der die interne und externe Kommunikation sicherstellen soll. Bei einem Treffen mit allen betroffenen Unternehmen und der französischen Umweltbehörde DREAL Anfang kommenden Jahres wollen er und Robinet einen entsprechenden Vorschlag unterbreiten.

Was plant EDF in Cattenom?

Auch die umstrittenen Grundstückskäufe rund um das Atomkraftwerk in Cattenom waren Thema des Treffens zwischen der Generalkonsulin und dem Umweltminister. Was der Betreiber Électricité de France (EDF) mit dem sechs Hektar großen Gelände vorhat, ist bislang völlig unklar. Gegenüber der Saarbrücker Zeitung hatte ein Sprecher lediglich mitgeteilt, man wolle sich auf die Zukunft vorbereiten und „potenziell aufkommende Projekte unterstützen“. Die saarländischen Grünen befürchten, EDF könnte dort neue Atommeiler bauen, auch wenn der Betreiber das gegenüber dem saarländischen Umweltministerium bislang dementiert. Generalkonsulin Robinet und Minister Jost wollen sich nun gemeinsam bei einem Treffen mit Kraftwerksdirektor Thierry Rosso Anfang kommenden Jahres informieren.

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