Fleisch (Foto: Hendrik Schmidt/zb/dpa)

Jost lehnt höhere Fleisch-Mehrwertsteuer ab

  07.08.2019 | 16:24 Uhr

Soll Fleisch zum Wohl der Schlachttiere teurer werden? Dafür haben sich auf Bundesebene Politiker von Grünen, SPD und auch der CDU ausgesprochen. Umgesetzt werden soll das über eine höhere Mehrwertsteuer. Der saarländische Verbraucherschutzminister Reinhold Jost (SPD) bezeichnete den Vorschlag wörtlich als „Fuppes“.

Jost sagte dem SR, es gebe bereits jetzt ausreichend Förderung für mehr Tierwohl in der Agrarpolitik. „Darüber finanzieren ja im Saarland schon seit vielen Jahren beispielsweise Ställe nur dann mit einem entsprechenden Förderbetrag, wenn sie den Tierwohl-Anforderungen gerecht werden.“ Eine erhöhte Mehrwertsteuer, wie jetzt vorgeschlagen, lande nicht bei den Landwirten, sondern werde in anderen Projekten versickern.

Video [aktueller bericht, 07.08.2019, Länge: ab Min. 17:25]
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Kritik auch am Einzelhandel

Reinhold Jost zur Fleischsteuer
Audio [SR 3, Dorothee Scharner, 07.08.2019, Länge: 03:57 Min.]
Reinhold Jost zur Fleischsteuer

„Wenn man den Landwirten helfen will, auskömmliche Preise für gute Produkte zu haben, muss man auch bereit sein einen entsprechenden Preis für das Produkt zu bezahlen.“ Im Biolandbau sei das möglich, das müsse man auch im konventionellen Landbau hinbekommen. Jost kritisierte in diesem Zusammenhang auch den Einzelhandel. „Ich finde es eine Schande, wenn man mit 50 Cent pro Liter Milch mit der Werbung ‚Wir lieben Lebensmittel‘ aufkommt. Das ist im Grunde genommen die Leute veräppelt.“ Es brauche einen gerechten Preis für die Produkte.

Die Menschen seien in der Regel schon bereit, einen höheren Preis zu zahlen, beispielsweise für Bioprodukte. Das Saarland, so Jost, sei hier das Land mit dem höchsten Anteil. Rund 20 Prozent würden hier derzeit biologisch angebaut, bundesweit nur sieben Prozent. Das will Jost in Zukunft noch steigern. „Wir müssen versuchen, hier unsere Kreisläufe aufzubauen, damit die Leute regional, saisonal und fair einkaufen können.“ Das helfe den Landwirten und damit am Ende auch den Tieren.

Über dieses Thema hat auch die SR 3 Region am Nachmittag vom 07.08.2019 berichtet.

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