Die Pläne wurden in Eppelborn vorgestellt. (Foto: SR/Patrick Wiermer)

Studie zu Starkregen vorgestellt

mit Informationen von Peter Ring   09.04.2019 | 21:46 Uhr

Das Umweltministerium hat am Dienstag Kommunalvertreter über die Vorsorge bei Starkregenereignissen informiert. Dabei wurde auch eine Studie über die von den Unwettern in den Jahren 2016 und 2018 besonders betroffenen Kommunen präsentiert.

Wohin fließt das Wasser bei Starkregen? Welche Schäden entstehen wo? Wie kann man bei der Bebauungsplanung bereits vorbeugend handeln? Das Pilotprojekt hat für drei betroffene Kommunen - Eppelborn, Sulzbach und Wadern - Handlungsempfehlungen erarbeitet. Beteiligt waren die Saarbrücker HTW, die Hochschule Kaiserslautern und auf Wasserwirtschaft spezialisierte Unternehmen.

Nach dem Regen: Gefahrenkarten für Kommunen
Audio [SR 3, (c) Patrick Wiermer, 10.04.2019, Länge: 03:05 Min.]
Nach dem Regen: Gefahrenkarten für Kommunen
SR-Reporter Patrick Wiermer hat sich die Pläne angeschaut.

Klar ist: Extreme Fluten kann man nicht aufhalten, die Folgen aber durchaus entschärfen. "Die Maßnahmen gehen von Rückhalten, dezentralen Rückhalten über Maßnahmen in der Landwirtschaft", sagt André Assmann, Geschäftsleitung Geomer GmbH. "Teilweise haben wir auch Maßnahmen vorgeschlagen, wo es um Wasserableitung geht." Wohngebiete oder Straßenzüge waren bei normalen Niederschlägen lange nicht betroffen. Das hat sich in den Sommern 2016 und 2018 schlagartig geändert.

Auch Bürger sind gefordert

Klimawandel oder nicht, die extremen Wetterlagen machen sofortiges Handeln nötig: bei der Zusammenarbeit von Bauhöfen, Feuerwehr oder HTW, aber auch bei der Erschließung neuer Wohngebiete. "Das fängt bei der Bebauungsplanung, bei der Erstellung von Neubaugebieten an. Da kann man den Starkregen schon mitdenken, sodass er relativ schadensfrei durch die Siedlung fließen kann und nicht auf Grundstücken landet oder Kitas flutet", sagt Professor Marc Illlgen von der Hochschule Kaiserslautern.

Aber auch der Bürger sei gefordert. "Das ist der Objektschutz auf der privaten Seite, wo man mit vielen kleinen Dingen die Situation entschärfen kann – vielleicht wenn es auch nur um 20 Zentimeter Erhöhung von Lichtschächten oder um Gefälle auf dem Grundstück geht", so Illlgen.

Video [aktueller bericht, 09.04.2019, Länge: 3:03 Min.]
Bessere Krisenbewältigung bei Überflutungen

Weitere Studien geplant

Oder indem man eine Elementarschadensversicherung abschließt. Hier lag man im Saarland auf niedrigem Niveau, laut Umweltministerium habe sich das aber gebessert. Die vorgestellte Pilotstudie sieht man dort nur als einen von vielen Schritten. "Die jetzt ausgewählten Modellgemeinden sind Basis für eine weitergehende Studie", sagt Umweltminister Reinhold Jost (SPD). "Unser Ziel ist, dass alle Städte und Gemeinden am Ende eine Starkregen-Vorsorgekarte erstellen. Wir fördern die Erstellung der Karten, aber nachher auch die Umsetzung der notwendigen Maßnahmen." Bisher haben sechs Kommunen im Saarland solche Starkregen-Gefahrenkarten erstellen lassen. Sie zeigen im Detail, wo die Abflusswege des Wassers verlaufen und was man dort zur Gefahrenabwehr um kann.

Über dieses Thema hat auch der aktuelle bericht am 09.04.2019 berichtet.

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