Unternehmenszentrale Schaeffler, Herzogenaurach (Foto: Imago/Fotostand/K. Schmitt)

Erfolgreiches Geschäftsjahr für Schaeffler

Peter Sauer   08.03.2022 | 17:48 Uhr

Der weltweit tätige Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler hat seinen Umsatz im Geschäftsjahr 2021 um knapp zehn Prozent auf knapp 13,9 Milliarden Euro gesteigert. Auch beim Gewinn konnte der Konzern, der auch einen Standort in Homburg hat, deutlich zulegen. Man habe davon profitiert, kein reiner Automobilzulieferer zu sein.

Schaeffler hat im Geschäftsjahr 2021 einen operativen Gewinn von rund 1,3 Milliarden Euro erwirtschaftet. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Plus von 59 Prozent. Damit liegt der Gewinn auch über dem Vor-Corona-Niveau.

Nach Unternehmensangaben hat man davon profitiert, dass Schaeffler breit aufgestellt und kein reiner Automobil-Zulieferer ist. Gerade zu Beginn des vergangenen Jahres liefen die Geschäfte in der Automobilsparte gut. Lieferengpässe bei Mikrochips hätten das Geschäft ab Sommer aber merklich gedrosselt.

"Wir haben im letzten Jahr große, gute Fortschritte bei der E-Mobilität gemacht", sagte der Vorstandsvorsitzende Klaus Rosenfeld bei der Jahres-Pressekonferenz von Schaeffler. So hat Schaeffler 2021 im neuen Werk im ungarischen Szombathely mit der Produktion von E-Motoren begonnen.

Umsatzzuwächse in allen Bereichen

Dementsprechend wuchs der Umsatz im Bereich Auto-Technologie um 7,4 Prozent. Mit insgesamt rund 8,4 Milliarden Euro Umsatz ist es immer noch die wichtigste Sparte von Schaeffler.

In den Bereichen Autoersatzteile (13,0 Prozent) und Industrie (13,6 Prozent) fiel das Umsatzplus sogar zweistellig aus. "Unsere Sparte Industrial hat ihre Profitabilität erneut verbessert und wir waren in das Jahr 2022 – ich sage bewusst waren – mit guter Auftragslage gestartet", so Rosenfeld. Wegen des Krieges in der Ukraine müsse die Lage neu bewertet werden. Deshalb wolle man aktuell auch keine Prognose für dieses Geschäftsjahr abgeben.

Steigende Stahlpreise beobachtet Rosenfeld schon seit längerem mit Sorgen. Der insgesamt eher geringe Anteil an russischem Stahl konnte zwar bereits auf dem Weltmarkt ersetzt werden. Dennoch müssten gestiegene Preise laut Schaeffler-Finanzvorstand Claus Bauer an die Kunden weitergegeben werden.

Kostenersparnis durch Jobabbau

Kostensenkend wirkte sich auch aus, dass im vergangenen Jahr in den weltweit 75 Werken rund 4000 Jobs abgebaut wurden. Davon war auch die Kugelfertigung in Homburger Werksteil Zunderbaum betroffen. Sie soll nach Angaben von Schaeffler wie geplant im Oktober schließen. Rund 260 Jobs wurden über frühzeitige Rente, Altersteilzeit und interne Versetzungen abgebaut.

Standort in Homburg wird modernisiert

Im Gegenzug investierte Schaeffler in die Modernisierung und Digitalisierung des Standorts. Bereits jetzt sind laut Unternehmensangaben Investitionen im "mittleren einstelligen Millionen-Euro-Bereich" geplant. Zusätzliche Investitionsentscheidungen fürs laufende Jahr stünden noch aus. Zudem wurde ein neues Qualifizierungszentrum für die Belegschaft gebaut.

Laut Schaeffler ist der Standort in Homburg zurzeit voll ausgelastet. Aktuell arbeiten dort rund 2100 Menschen. Die Mitarbeiterzahl soll dieses Jahr konstant bleiben.

Über dieses Thema berichtete die SR 3-Rundschau am 08.03.2022.

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