Islamunterricht an Grundschulen  (Foto: dpa)

Saarland startet Modellversuch für islamischen Religionsunterricht

EPD/KNA   21.07.2015 | 15:20 Uhr

An ausgewählten saarländischen Schulen startet im kommenden Schuljahr ein Modellversuch zum islamischen Religionsunterricht. Das neue Fach soll in der ersten Klassenstufe beginnen und sukzessive bis zur vierten Klasse fortgeführt werden.

Für Bildungsminister Ulrich Commerçon (SPD) bietet der Unterricht muslimischen Kindern nun auch die Möglichkeit, sich in der Schule mit ihrem Glauben zu befassen. „Das neue Angebot ist für die Suche eines jungen Menschen nach der eigenen Identität genauso wichtig wie die Werteerziehung, die der islamische Religionsunterricht leisten soll“, erklärte er.

Lehrkräfte zunächst als Quereinsteiger

Der Lehrplan soll sich an den Vorgaben des Landes Nordrhein-Westfalen orientieren, das zum Schuljahr 2012/13 als erstes Bundesland den bekenntnisorientierten Religionsunterricht als ordentliches Unterrichtsfach eingerichtet hat.

So soll der Unterricht im Grundschulbereich sowohl für Schüler der schiitischen als auch der sunnitischen Glaubensrichtung geeignet sein. Solange es noch keine speziell ausgebildeten Lehrkräfte gebe, würden Lehrkräfte oder Quereinsteiger muslimischen Glaubens über ein Ausbildungsprogramm vorbereitend und begleitend qualifiziert, teilte das Ministerium mit.

In Saarbrücken nehmen den Angaben zufolge die Grundschulen Kirchberg, Füllengarten und eventuell Dellengarten, in Völklingen die Grundschulen Bergstraße und Haydnstraße am Modellversuch teil. Diese Schulen hätten im Landesvergleich den höchsten Anteil an Schülern mit islamischer Religionszugehörigkeit. Für das erste Jahr des Modellversuchs stünden zwei Lehrer zur Verfügung, für das Schuljahr 2016/2017 werde eine weitere Lehrkraft eingeplant.

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