Islamunterricht an Grundschulen  (Foto: dpa)

Islamunterricht soll fortgesetzt werden

  01.07.2019 | 16:28 Uhr

Das Bildungsministerium will das Modellprojekt Islamunterricht im Saarland fortsetzen. Das Ministerium teilte dem SR mit, wenn die Projektpartner einverstanden seien, solle das Projekt zunächst um ein Jahr verlängert werden. Dazu arbeitet das Saarland weiterhin mit dem Moscheeverband DITIB zusammen.

Das Bildungsministerium prüft derzeit, ob der Islamunterricht auf weitere Grundschulen ausgeweitet wird. Bislang wird an zwei Grundschulen in Saarbrücken und zwei Grundschulen in Völklingen islamischer Religionsunterricht angeboten. Für den Unterricht stehen fünf Lehrer zur Verfügung. Finanziert wird der Modellversuch aus Landesmitteln.

Für den Islamunterricht arbeitet das Ministerium mit verschiedenen islamischen Vereinen und Gemeinden zusammen. Einer davon ist der größte Moscheeverband Deutschlands DITIB.

Hessen prüft Zusammenarbeit mit DITIB

Andere Bundesländer zeigen sich inzwischen kritisch im Umgang mit DITIB. So stellt das Land Hessen seine Zusammenarbeit mit dem türkischen Moscheeverband infrage. Kritiker werfen DITIB fehlende Unabhängigkeit vor. Die Nähe zur türkischen Religionsbehörde Diyanet und letztlich zum türkischen Staat sei zu groß.

Das hessische Kultusministerium forderte deshalb DITIB dazu auf, seine Unabhängigkeit vom türkischen Staat zu belegen. Gleichzeitig prüft das Ministerium, ob ein Islamunterricht in alleiniger Verantwortung des Landes angeboten werden kann. Auch in Nordrhein-Westfalen präsentierte die Landesregierung vor kurzem einen Gesetzentwurf, der vorsieht, DITIB beim Islamunterricht deutlich weniger Einfluss zu gewähren als bisher. Dort will man künftig mit vielen kleinen Verbänden zusammenarbeiten.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 01.07.2019 berichtet.

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