Schüler sitzen in einem Klassenraum (Foto: picture alliance/dpa | Julian Stratenschulte)

Elternvertretung begrüßt zügigen Umstieg auf G9 im Saarland

  22.07.2022 | 12:38 Uhr

Die Rückkehr zu G9 im Saarland ist beschlossene Sache. Das begrüßt die Landeselternvertretung im Saarland. Deren Vorsitzende Katja Oltmanns ist – anders als die CDU – auch mit dem eingeschlagenen Weg der Umstellung zufrieden, obwohl sie sich ein anderes Modell gewünscht hätte.

Mit der geplanten Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium rennt die SPD-geführte Landesregierung bei vielen Eltern offene Türen ein – grundsätzlich. „Das ist unbestritten“, sagte die Vorsitzende der Landeselternvertretung der Gymnasien im Saarland, Katja Oltmanns, im SR-Interview – und schränkt gleich darauf ein:

Video [aktueller bericht, 22.07.2022, Länge: 2:53 Min.]
Rundgang an der Hochschule für Bildende Künste Saar

„Wir hätten uns in der Ausgestaltung nochmal ein bisschen mehr Profilierung, vielleicht Profilgebung gewünscht, auch vielleicht nochmal eine Neuausrichtung auf die Zukunft des Gymnasiums.“

Einbeziehung höherer Klassen bevorzugt

Auch dass die Umstellung auf G9 jetzt zunächst nur mit den fünften und sechsten Klassen beginnt, stößt bei den Eltern auf Enttäuschung. Es sei der Wunsch vieler Eltern gewesen, auch die laufenden Jahrgänge einzubeziehen, so Oltmanns. „Es gab da unseres Wissens auch ein gutes Modell, das der Philologenverband und auch die Vereinigung der Oberstufendirektoren ausgearbeitet hatten, mit einer Flexibilität in der neunten Klasse oder Neun-Plus-Klasse. Das wäre wahrscheinlich auch kostengünstiger gewesen, weil man dann einfach den direkten Umstieg jetzt gemacht hätte.“

Landeselternvertretung der Gymnasien: "Eine sichtliche Entlastung in der Mittelstufe"
Audio [SR 3, Interview: Simin Sadeghi, 22.07.2022, Länge: 03:45 Min.]
Landeselternvertretung der Gymnasien: "Eine sichtliche Entlastung in der Mittelstufe"

Dieses Modell habe aber leider keinen Zuspruch gefunden, sodass die Schüler der siebten, achten und neunten Klasse im G8-System bleiben müssen.

Viel Arbeit für Schulen

Den vorgesehenen Stundenplan begrüßt Oltmanns grundsätzlich. Die Stunden seien „nicht wirklich weniger geworden“, auch wegen der neu hinzugekommenen Informatik-Stunden. Mehr Sport hätte sie sich gewünscht, um die Ausfälle während der Pandemie auszugleichen. So könne das jetzt nicht mehr adäquat aufgeholt werden.

Wie sich die Rückkehr zu G9 im Detail ausgestaltet, ist für Oltmanns noch nicht geklärt. „Da werden die Schulen noch Einiges an Arbeit haben, weil sie ja auch eine unterschiedliche Profilgebung haben, wo man dann nachher Gewichtung hineinlegt.“

Noch viele offene Fragen

Auch gebe es noch Fragen zu den Lehrplänen, welche Themen gestrichen oder verändert werden, und auch an den Leistungsbewertungserlass müsse man nochmal ran. Dieser Erlass regelt, wie die von Schülern geschriebenen Arbeiten und erbrachten Alternativleistungen bewertet werden. Er sei 2017 an den Gymnasien eingeführt, aber nie evaluiert worden, so Oltmanns. Das müsse jetzt erfolgen.

Ein weiteres Thema ist für sie die Versetzungsregelung. „Da werden wir auch nochmal ein genaues Auge drauf werfen, was man da für Veränderungen vielleicht angehen wird betreffend Gymnasien. Bei den Gemeinschaftsschulen gibt es da ja andere Regelungen.“

„Bin mit Lösung nicht ganz unzufrieden“

Katja Oltmanns. (Foto: SR)
Landeselternvertreterin Katja Oltmanns steht zum Umstieg auf G9

Die Kritik der saarländischen CDU, der Umstieg erfolge zu kurzfristig, teilt Oltmanns nicht. Der Wechsel von G8 zu G9 sei in den Bundesländern sehr unterschiedlich umgesetzt worden. „Ich bin jetzt mit der Lösung nicht ganz unzufrieden. Es länger hinauszuschieben macht es ja auch nicht unbedingt besser.“ Außerdem habe die SPD den Wählerinnen und Wählern einen zügigen Umstieg versprochen.

Über dieses Thema hat auch die SR 3 Region am Mittag vom 22.07.2022 berichtet.

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