Eine 83-jährige Frau hält verschiedene Euromünzen in den Händen (Foto: dpa)

Armut mit konkreten Maßnahmen bekämpfen

  17.10.2019 | 19:29 Uhr

Eine Grundrente, ein höherer Mindestlohn und ein Sozial-ÖPNV-Ticket: Anlässlich des Weltarmutstages fordert die Arbeitskammer des Saarlandes dringend Verbesserungen, um allen Menschen ein Leben in Würde zu ermöglichen. Die Saarländische Armutskonferenz organisierte am Donnerstag außerdem eine Aktion in der Saarbrücker Bahnhofstraße.

"Damit Armut in vielen Bereichen in Zukunft erst gar nicht entsteht, müssen wir im Saarland, aber auch im Bund,  weiterhin auf "Gute Arbeit" setzen", so Jörg Caspar, Vorstandsvorsitzender der Arbeitskammer des Saarlandes. Die prekären Beschäftigungsverhältnisse müssten zu Gunsten tarifvertraglich bezahlter Arbeitsplätze zurückgedrängt werden.

Video [aktueller bericht, 17.10.2019, Länge: 3:07 Min.]
Das Wohnprojekt „Housing First“

Grundrente, höherer Mindestlohn und Sozialticket

Um die Ziele zu erreichen, fordert die Arbeitskammer deshalb zum Beispiel die schnellstmögliche Umsetzung einer Grundrente ohne Bedürftigkeitsprüfung sowie die Einführung einer Kindergrundsicherung für alle Kinder. Zudem müsse der Mindestlohn auf mindestens zwölf Euro angehoben werden. Außerdem fordert die Kammer die Einführung eines Sozialtickets, das als Monatsticket rund um die Uhr und nicht erst ab 9.00 Uhr nutzbar sein müsse.

Aktion in der Saarbrücker Bahnhofstraße

Die Saarländische Armutskonferenz hat am Nachmittag in die Saarbrücker Bahnhofstraße zu einer Aktion eingeladen. Mit Fragen auf Plakaten wie "Warum bin ich arm und du reich?" oder "Was kostet Menschenwürde?" thematisierte der Verein die immer stärker wachsenden Unterschiede zwischen Arm und Reich. Mit "Goldbarren" und dem Börsenindex wurden bei der Aktion Reichtum, mit Pfandflaschen und alten Schuhen die Armut symbolisiert.

Mit der Veranstaltung am internationalen Weltarmutstag wollte die Saarländische Armutskonferenz nach eigenen Angaben für Respekt und die Wahrung der Würde armer Menschen mobilisieren. An der Aktion beteiligten sich bundesweit alle Landesarmutskonferenzen in Deutschland.

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