Ein Elektroauto beim Aufladen (Foto: picture alliance/Hendrik Schmidt/zb/dpa)

Geringe Nachfrage bei E-Auto-Prämie

  08.01.2020 | 14:51 Uhr

Im Jahr 2019 sind im Saarland lediglich 618 Kaufprämien für E-Autos ausgezahlt worden. Der Saarländische Kfz-Verband zieht daher eine negative Jahresbilanz. 2020 hofft der Verband auf eine Wende.

Beim Kauf oder Leasing eines E-Autos verhalten sich die Saarländer nach wie vor zurückhaltend. Im vergangenen Jahr haben lediglich 618 Fahrer von der E-Auto-Prämie profitiert. Insgesamt sind 2,3 Millionen Euro in die Förderung von reinen Batterie- und Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen und wasserstoffbetriebenen Wagen geflossen.

Der Saarländische Kfz-Verband beurteilt die Jahresbilanz für 2019 als "enttäuschend schwach": "Wir haben ein größeres Interesse für diese finanzielle Unterstützung der Elektromobilität erwartet. Der Fördertopf ist noch halb voll", sagt Martin Bitsch, Vorsitzender des Kfz-Verbandes. Hoffnung für 2020 macht ihm die Nachfrage im Dezember 2019: In diesem Zeitraum seien immerhin 80 Anträge beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle eingegangen.

Plug-in-Hybrid vs. Vollhybrid

Der Name Plug-in-Hybrid lässt sich als „Steckdosenhybrid“ übersetzen. Zum Aufladen der Batterie kann das Auto an eine Steckdose angeschlossen werden. Er unterscheidet sich vom sogenannten Vollhybrid. Er ist ebenfalls mit Verbrennungs- und E-Motor ausgestattet, seine Batterie wird aber vom Verbrennungsmotor sowie durch Energierückgewinnung beim Bremsen aufgeladen.

Seit Juli 2016 fördern Bund und Hersteller die meisten E-Autos sowie Pkw mit Brennstoffzelle mit insgesamt 4000 Euro. Wer ein Plug-in-Hybrid-Fahrzeug kauft, kann mit bis zu 3000 Euro Zuschuss rechnen. Seit Förderungsbeginn sind 5,1 Millionen Euro an saarländische Autofahrer gezahlt worden. Ingesamt stellen Staat und Hersteller bis zum Jahr 2025 bundesweit Fördermittel in Höhe von mehr als zwei Milliarden Euro zur Verfügung. Der Bund strebt an, bis 2022 eine Million E-Autos auf die Straße zu bringen.

Kaufprämie soll auf 6000 Euro steigen

Die beim Klimagipfel im Vorjahr beschlossene höhere Förderung, die bis zu 6000 Euro für ein E-Auto betragen soll, lässt noch auf sich warten. Gemeinsam mit den verschärften Grenzwerten im Flottengeschäft ab 2021 werde der hohe Umweltbonus der Elektromobilität einen Schub geben, prophezeit Kfz-Verbandschef Martin Bitsch. Dennoch vertritt das Kfz-Gewerbe weiterhin die Position, dass die Förderung nur einer Antriebsart falsch ist.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 08.01.2020 berichtet.

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