Integrationskurs des Bamf (Foto: Sophia Kembowski/dpa)

Lange Wartezeiten für Integrationskurse

Axel Wagner   29.05.2019 | 08:50 Uhr

Wer im Saarland zur Teilnahme an einem Integrationskurs verpflichtet ist, muss im Durchschnitt fast ein Jahr warten, bis es losgeht. Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Grünen hervor. Nur in einem Bundesland dauert es noch länger.

Deutsch, Landeskunde, Alltagswissen – in Integrationskursen sollen Einwanderer fit gemacht werden für das Leben hierzulande. Doch bis es soweit ist, dauert es mitunter lange. Der Bundesdurchschnitt lag zuletzt bei 8,1 Monaten. 2016 waren es noch 4,3 Monate. Im Saarland müssen Verpflichtete derzeit im Schnitt 11,2 Monate warten, nur in Bremen dauert es mit 11,4 Monaten noch länger.

Ministerium: Es liegt auch an den Teilnehmern

Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte, für die Kurse seien zwar grundsätzlich die Behörden verantwortlich, die die Menschen zur Teilnahme verpflichten – also Jobcenter, Ausländerbehörden oder die Träger der Asylbewerberleistungen. Es komme aber auch darauf an, wie stark die Verpflichteten sich um einen Kursplatz bemühen. Erst nach erfolgter Anmeldung bis zum Kursbeginn könne man von Wartezeit sprechen. Diese Zeit habe 2018 bei durchschnittlich sieben Wochen gelegen.

Dennoch wollen sowohl das Bundesinnenministerium als auch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge die lange Wartezeit verkürzen. Erste Erfolge habe ein Pilotprojekt mit Einstufungstests gebracht, so der Ministeriumssprecher.

Das saarländische Sozialministerium teilte auf Anfrage mit, bei der festgestellten Wartezeit von 11,2 Monaten seien auch „Altfälle“ aus den Vorjahren hinzugerechnet worden. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) in der Landesaufnahmestelle in Lebach sei dabei, diese bei den Jobcentern aufzuarbeiten.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 29.05.2019 berichtet.

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