Ein Schüler schreibt das Wort "Integration" auf eine Tafel (Foto: dpa)

Integrationsgipfel ohne Flüchtlingsrat

Carolin Dylla   06.09.2018 | 06:53 Uhr

Sozialministerin Monika Bachmann (CDU) hat für heute zum dritten Saarländischen Integrationsgipfel geladen. Dabei soll die „Saarländische Offensive für Integration“ unterzeichnet werden. Zu der Veranstaltung kommt auch die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz. Der Saarländische Flüchtlingsrat hatte gestern seine Teilnahme abgesagt.

Die Sozialministerin diskutiert über Integration, während der Innenminister mit einem Anker-Zentrum effizienter abschieben will: Für den Saarländischen Flüchtlingsrat passt das nicht zusammen. Solange Integration bewusst verweigert werde – zum Beispiel durch die Wohnsitzauflage – brächten solche Gipfel in der Sache nicht weiter, sagte Vorstandsmitglied Peter Nobert.

Forderung: EU-Zuwanderung stärker in den Fokus

Für Bernward Hellmanns, den Vorsitzenden der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege Saar, sind der Gipfel und die zugehörigen Erklärungen der Minimalkonsens für die Integrationsarbeit – aber dennoch notwendig. Und er hat konkrete Wünsche: Unter anderem solle das Thema EU-Zuwanderung stärker in den Fokus gerückt werden. Denn das finde bisher so gut wie gar nicht statt, sagt Hellmanns.

Auf der Veranstaltung heute soll die "Saarländische Offensive für Integration" verabschiedet werden. Sie ist eine Art Fortsetzung der "Lebacher Erklärung" von 2015. Darin hatten sich die Landesregierung und eine Reihe von Verbänden auf zehn Grundprinzipien für die Integrationsarbeit geeinigt - unter anderem die Absage an jede Form von Gewalt und Extremismus.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 06.09.2018 berichtet.

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