Ein Unternehmen schließt (Foto: picture alliance/Martin Gerten/dpa)

Mehr Firmenpleiten im Saarland

  21.02.2019 | 16:08 Uhr

Trotz guter Wirtschaftslage sind im Saarland 2018 fast zwölf Prozent mehr Firmen in die Pleite gerutscht als noch im Jahr davor. Wie die Wirtschaftsauskunftei Crifbürgel am Donnerstag mitteilte, meldeten insgesamt 272 Unternehmen Insolvenz an.

Im bundesweiten Vergleich verzeichnet das Saarland damit prozentual den höchsten Anstieg. 2017 waren 243 Firmen Pleite gegangen.

Bundesweit ist der Trend dagegen ein anderer. Während 2017 noch 20.276 Firmen Insolvenz angemeldet haben, waren es 2018 19.552. Die Auskunftei teilte mit, die Zahl sei zum neunten Mal in Folge gesunken und habe den tiefsten Stand seit Einführung der neuen Insolvenzordnung 1999 erreicht.

Vor allem kleine Firmen betroffen

Die höchste Dichte an Insolvenzen gab es 2018 in Bremen mit 105 Fällen je 10.000 Unternehmen, die wenigsten in Bayern mit 41. Nach Angaben von Crifbürgel sind es vor allem kleinere Unternehmen mit fünf oder weniger Mitarbeitern, die pleitegehen (82 Prozent). Von den Firmen, die 51 Angestellte oder mehr haben, meldeten nur 2,7 Prozent Insolvenz an.

Der wirtschaftspolitische Sprecher der Linksfraktion im Saarländischen Landtag, Jochen Flackus, bezeichnete die steigende Zahl der Firmenpleiten und den Stellenabbau bei Nemak in Dillingen und LaminatePark in Eiweiler als bedauerlich. „Dass das Saarland bei Firmenpleiten die höchste Zuwachsrate hat, ist mehr als bedenklich.“ Hinzu komme das vergleichsweise schlechte Wirtschaftswachstum. Flackus zieht daraus den Schluss, „dass die mangelnde Investitionstätigkeit und das Festhalten der schwarzen Null ein Irrweg ist“. Die Landesregierung brauche endlich eine Aufhol-Strategie, um im Wettbewerb mit anderen Bundesländern nicht weiter zurückzufallen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 21.02.2019 berichtet.

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